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Kapitel 02 - Teil 4 - Der Konformist – XHTML
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womaninweb
(X)HTML und CSS Junkie

Verfasst am: 29. Sep 2007, 09:27 Rufname:
Wohnort: Herzogenrath
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| · | Kapitel 02 - Teil 4 - Der Konformist – XHTML | | Hallo zusammen,
Nach einem recht langen theoretischen Teil erreichen wir nun die Zielgerade.
XHTML 1.0 (Extensible HyperText Markup Language = erweiterbare Hypertext-Auszeichnungssprache) ist eine Neuformulierung von HTML 4.01 auf der Basis von XML. Zu Beginn des HTML-Kapitels erwähnte ich bereits, dass HTML mit Hilfe von SGML (Standard Generalized Markup Language = standardisierte verallgemeinerte Auszeichnungssprache) definiert wird. XML ist eine wesentlich strengere Sprachgrundlage. Ein Grundgedanke von XML ist, Daten und ihre Darstellung zu trennen.
Dieses Prinzip wird mit XHTML und CSS für eine browserbasierte Ausgabe umgesetzt. Dass HTML 4.01 in eine, an XML orientierte, Ausgabesprache umgewandelt wurde, hat gute Gründe. Es hat eine 100% Kompatibilität zu anderen XML Standardsprachen, wie SVG (Scalable Vector Graphics), MathML (Mathematical Markup Language), SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language), RDF (Resource Description Framework) und WML (Wireless Markup Language). Durch diesen gemeinsamen syntaktischen Sprachaufbau ist es möglich, das Auslesen und Verarbeiten über Programmiersprachen zu vereinheitlichen. Dies geschieht über das so genannte DOM (Document Object Model = Dokument-Objektmodell), das Objekte, Eigenschaften und Methoden definiert um den Zugriff auf Dokumente, die in einer XML-basierten Sprache abgefasst sind, erlaubt.
Angesichts dieser vielen kryptischen Abkürzungen braucht ihr aber keine glasigen Augen zu bekommen, in der Praxis haben wir damit so gut wie nichts zu tun. Wir erstellen nur eine Webseite. Da XHTML 1.0 ein "umgeschriebenes" HTML 4.01 ist, habt ihr mit den letzten Kapiteln die Grundlagen an die Hand bekommen auch XHTML-Dokumente zu schreiben. Ein paar Unterschiede gibt es natürlich schon. Die gängigen Browser sind auf die HTML-Syntax ausgelegt und eine gewisse Abwärts-Kompatibilität muss auch noch gewährleistet sein. Nur neuere Browser sind in Lage XML zu verarbeiten. Das allererste, das in einer XHTML-Datei angegeben werden muss, ist die XML-Deklaration. Die gab es in HTML nicht und ist somit XHTML-spezifisch. Sie gibt an, dass die Datei XML-gerechte Daten enthält und welcher Zeichensatz zur Anwendung kommen soll.

Die Angabe encoding enthält in diesem Fall den westeuropäische Zeichensatz.
Die Dokumenttyp-Deklaration, die anschließend folgt, weist Unterschiede zwischen HTML 4.01 und XHTML 1.0 auf. Sie nimmt Bezug auf die DTD (Document Type Declaration = Dokumenttyp-Definition) und die Sprachausgabe, die verwendet wird. Ein strenger Parser kann die Anzeige im Browser verhindern, wenn sich syntaktische Fehler im Dokument befinden.
Doctype für HTML 4.01:

Doctype für XHTML 1.0:

Genau wie HTML, hat auch XHTML drei Varianten von Dokumenttypen: Strict, Transitional und Frameset. Auf der angegebenen Internetadresse liegen die DTDs, anhand derer der Parser die dort angegebenen Regeln überprüfen kann.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Notierung des Wurzelelements html. Während in HTML dieses Element keine weiteren Attribute hat, muss in XHTML eine Namensraumangabe gemacht werden. Hinzu kommt noch das Attribut lang, das dokumentweit den Sprachraum angibt. Damit auch HTML-Parser diese interpretieren können, wird das Attribut in zwei Varianten notiert:
HTML 4.01

XHTML 1.0

XHTML 1.1 (die neuere, noch striktere Variante)

Innerhalb des head - Bereichs wird der MIME-Typ notiert, der angibt, welche Art von Dokument der Browser zu verarbeiten hat; für HTML lautet stets text/html. Dies ist für das Erstellen eines XHTML-Dokuments erstmal ohne Belang, aber für die Kommunikation zwischen Server und Browser ist es sehr wohl wichtig. Sendet der Server dem Browser bei einer http-Anfrage den MIME-Typ text/html, so setzt der Browser seinen HTML-Parser zur Interpretation ein. Erhält er aber application/xhtml+xml zurück, so wird er seinen XML-Parser (so vorhanden) benutzen. Gibt man also den letzten MIME-Typ an, so muss pingelig auf korrekte XML Regeln geachtet werden. Diese Dokumente nennt man dann wohlgeformt. Die Notation von text/html in einer XHTML-Datei ist nur im Dokumenttyp Transitional zulässig. Der MIME-Typ wird in der meta-Angabe http-equiv notiert:

Die Angabe charset (character set) gibt die Zeichenkodierung an. Insgesamt sieht eine korrekte XHTML-Datei dann folgendermaßen aus:

XHTML verlangt zwingend ein vollständiges Grundgerüst – HTML ist in der Hinsicht toleranter. Ebenso große Toleranz zeigt HTML bei nicht geschlossenen Tags und in der Groß- und Kleinschreibung. Für XHTML wurde die Kleinschreibung aller Elemente und Attribute vorgeschrieben, da XML zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet.
HTML 4.01

XHTML 1.0

Anhand dieses Beispiels ist noch ein weiterer Unterschied festzustellen: Die Attributwerte müssen XHTML stets in Anführungsstrichen stehen. Zeilenumbrüche innerhalb von Attributwerten sind zu vermeiden.
Valides XHTML 1.0

Problematisches XHTML 1.0

Leerelemente haben wir bereits im HTML-Teil kennen gelernt, und dort habe ich auch schon auf die korrekte Schreibweise in XHTML hingewiesen. Es handelt sich dabei um eine recht überschaubare Anzahl: img, br, input und hr.
In HTML wurde kein Abschlusstag benötigt, in XHTML hingegen müssen sie mit Leerzeichen, Slash und Endtag geschlossen werden.
Einige Elemente in HTML haben leere Attributwerte, z.B.:

Dies wird in XHTML nicht akzeptiert, weil in der XML-Norm jedem Attribut ein Wert zugewiesen sein muss. Diesen Attributen wird nun ihr eigener Wert zugeordnet, Beipiele...

Zum Schluss noch einige Änderungen in den Verschachtelungsregeln. Für einige Elemente gelten nun Verbote, was die Verschachtelung innerhalb ihres Geltungsbereiches angeht:
| - | In a-Elementen dürfen keine weiteren a-Elemente enthalten sein | | - | pre-Elemente dürfen kein img, object, big, small, sub oder sup enthalten. | | - | button-Elemente dürfen keine Elemente input, select, textarea, label, button, form, fieldset, iframe oder isindex enthalten. |
| - | In label-Elementen dürfen keine weiteren label-Elemente enthalten sein. | | - | In form-Elementen dürfen keine weiteren form-Elemente enthalten sein. |
So, an dieser Stelle möchten wir das zweite Kapitel erstmal abschließen.
Hierzu haben wir keine Übung erstellt, da sich die Unterschiede zwischen HTML und XHTML in Grenzen halten. Bei der Umsetzung unseres Layouts bleibt genügend Raum, intensiv die Syntax zu üben.
| | | | | | Aber - wir haben ein kleine Überraschung für nächste Woche vorgesehen. Insofern, immer schön am Ball bleiben!
Gruß
| | |
_________________ Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
Kurt Tucholsky
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maninweb
VBA Professional & More

Verfasst am: 21. Dez 2007, 17:04 Rufname: maninweb
Wohnort: Herzogenrath
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