Fußnoten - Unbeständigkeit der Korrektursprache

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Fußnoten - Unbeständigkeit der Korrektursprache

Beitragvon TGR | Contraxter » 15. Mär 2019, 14:17

Im alten (nicht-provisorischen) Forum gibt es zwei Threads zum o. g. Thema, die mir weitergeholfen haben. Da ich dort nicht mehr antworten kann, Problembeschreibung und ein Workaround hier:

Sämtliche Spracheinstellungen in meiner Dateivorlage (.dotm Template) und allen dazugehörigen Formatvorlagen lauteten auf „German (Germany))“. Dennoch war die Korrektursprache des Fußnotentexts im Ergebnis in allen auf der Dateivorlage basierenden Dokumenten stets „English (United States)“. Dies hatte zum Ergebnis, das die ansonsten gewünschte Korrekturfunktion sämtlichen Fußnotentext in deutscher Sprache konsequent rot und wellenförmig unterstrich. Das ging nicht nur zulasten des äußerlichen Erscheinungsbilds der Dokumente, sondern machte auch die Korrekturfunktion nutzlos. In einem professionellen Umfeld kann ich so etwas bereits den (internen) Nutzern meiner Dateivorlagen nicht zumuten. Extern, gegenüber Klienten und Gegenparteien, ist es ein absolutes No-Go.

Nach allem, was ich habe herausbekommen können, handelt es sich hierbei tatsächlich um einen Bug: Word fügt dem Fußnotenzeichen in der Fußzeile stets ein Leerzeichen an, das weder Fußnotenzeichen noch -text ist und seine Spracheinstellungen von den Windows- bzw. System-Einstellungen („Sprache und Region“) zu beziehen scheint. Tippt man nach dem Leerzeichen, also dort, wo Word die Einfügemarke nach dem Einfügen der Fußnote hinsetzt, weiter, wird diese (System-)Spracheinstellung für den eingetippten Text übernommen.

Änderungen der Spracheinstellungen der Formatvorlagen für Fußnotenzeichen, Fußnotentext oder Fußzeile helfen daher nicht weiter. Und in meinem Fall ist zwar „Country or region“ stets „Germany“ gewesen, aber „Windows display language“ war und ist „English (United States)“. In anderen Foren wird das Tastatur-Layout als Grund genannt. Wenn mehrere Layouts installiert sind, soll sich die Fußnotenkorrektursprache nach dem gewählten Layout richten. Das konnte ich für mich nicht als Ursache ausmachen. Mein Layout war uns ist stets „German Keyboard“.

Die ersten Foreneinträge, die ich zu meinem Problem finden konnte, sind mehr als 10 Jahre alt. Microsoft hat das Problem aber ganz offensichtlich auch im Jahre 2019 (für Office 365) noch nicht beseitigt. Der landläufig empfohlene Workaround liegt dann auf der Hand, ist aber ein manueller, nämlich schlicht das Löschen des Leerzeichens mit Backspace. Die Korrektursprache des anschließend eingetippten Texts richtet sich dann nach der Spracheinstellung der Formatvorlage „Fußnotentext“, so wie es von Anfang hätte sein sollen.

Ich halte das für keine zufriedenstellende Lösung, weder für meine eigene Dokumentenarbeit noch für die der Kollegen. Da ich zur Wahrung unseres house styles sowieso verhindern muss, dass sich über den Dialog zum Einfügen von Fußnoten Inkonsistenzen in die Dokumente „einschleichen“, hatte ich diesen Dialog ohnehin schon über ein Makro abgefangen. Darauf aufbauend ließ sich dann auch das Problem mit der Spracheinstellung per Marko relativ simpel lösen - Code s. u.

*** TGR ***

Code: Alles auswählen
Sub InsertFootnoteNow()

' Intercepts built-in command

' Stand-alone macro is used (as opposed to built-in command) because foonote proofing language _
    cannot be permanently assigned to foonote text via style formatting but will switch back to system language settings. _
    Macro provides for work-around insofar as (1) the system language settings pertain to a single space character _
    Word appends to the footnote reference in the footer which is (2) deleted by this macro.

    If Selection.StoryType <> wdMainTextStory Then
        MsgBox "Footnotes can only be added to the main text body of the document." ' Preventing VBA/macro error if macro is triggered while selection/cursor is in footnote text
    Else
        With Selection
            With .FootnoteOptions
                    .Location = wdBottomOfPage
                    .NumberingRule = wdRestartContinuous
                    .StartingNumber = 1
                    .NumberStyle = wdNoteNumberStyleArabic
                    .LayoutColumns = 0
            End With
            .Footnotes.Add Range:=Selection.Range, Reference:=""
        End With
        Selection.TypeBackspace
        Selection.TypeText Text:=vbTab ' Tab added to ensure house style compliant justified alignment
    End If
   
End Sub

Sub InsertFootnote()

    ' Intercepts built-in command prompting insert footnote dialog (wdDialogInsertFootnote)

    Call InsertFootnoteNow
   
End Sub
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Re: Fußnoten - Unbeständigkeit der Korrektursprache

Beitragvon theoS » 15. Mär 2019, 15:04

Zwei Dinge zum Nachdenken.
Wenn du die Einstellung getroffen hast, dass Word die Sprache selbst erkennt, genügt ein (d)englischer Begriff, die Korrektur zu verstellen.
Wenn Makros deaktiviert werden, was viele Außenstehende tun werden, ist das Problem immer noch da.
theo s.
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Re: Fußnoten - Unbeständigkeit der Korrektursprache

Beitragvon TGR | Contraxter » 15. Mär 2019, 16:09

theoS hat geschrieben:Zwei Dinge zum Nachdenken.
Wenn du die Einstellung getroffen hast, dass Word die Sprache selbst erkennt, genügt ein (d)englischer Begriff, die Korrektur zu verstellen.
Wenn Makros deaktiviert werden, was viele Außenstehende tun werden, ist das Problem immer noch da.


Was soll ich sagen? Es ist ein Workaround, sicherlich nicht die ultimative Lösung. Die müsste m. E. immer noch von MS kommen.

Für mich funktioniert das so, insbesondere weil ich die bewusste Entscheidung getroffen habe, die automatische Spracherkennung zu deaktivieren.

Wir erstellen teilw. sehr lange Verträge (300+ Seiten), in die immer wieder Begriffe (aber keine ganzen Sätze oder gar Passagen) in verschiedenen Sprachen eingearbeitet werden müssen. Das Hin und Her zwischen den Sprachen scheint die automatische Spracherkennung dabei zu überfordern, jedenfalls werden immer wieder Passagen in der Standard-Korrektursprache nicht als solche erkannt und dementsprechend als falsch markiert.

Das lässt sich natürlich manuell korrigieren, aber allein die Tatsache, dass da etwas nicht so funktioniert, wie es der vielleicht technisch nicht immer ganz so versierte Nutzer erwartet, kann schon zu einem gewissen Unwillen führen. Zudem möchte ich untaugliche „Reparaturversuche“ ebenso wie das Versenden in weiten Teilen „roter“ Dokumente nach Außen von vornherein vermeiden. Werden demgegenüber alle nicht-standardsprachlichen Begriffe als falsch markiert, ist das (optisch) das kleinere Übel. Außerdem liegt dem dann eine Systematik zugrunde, die für jeden leicht erkennbar und damit akzeptabel ist.

Dass Außenstehende Makros deaktiviert haben werden, davon gehe ich auch aus. Mir geht es aber auch nicht darum, Dritten eine besondere Funktion zur Verfügung zu stellen. Das Leben meiner Leute soll einfacher und die Qualität unserer Dokumente insofern besser werden, als dass sie in „Bestform“ nach außen gehen.

***TGR***
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