Frage zum Datenschutz

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Frage zum Datenschutz

Beitragvon inco123 » 14. Mai 2020, 12:47

Hallo Zusammen,

da meine Datenbank immer mehr Nutzer bekommt und komplexer wird,
würde ich gerne ein Audit einführen um mehr Kontrolle zu bekommen.
Es bestehen zwar schon
Folgende Daten sollen dazu erhoben werden:

□ Datum&Uhrzeit
□ Windows Nutzername
□ Tabellenname
□ Datensatznummer (ID)
□ Spaltenname
□ Wert vor Änderung
□ Wert nach Änderung

Ich hab für diese Aufgabe schon eine entsprechende Funktion erstellt.
Der Windows Nutzername gehört nach meinem Verständnis zu den personenbezogene Daten.
Ich hätte jetzt eine entsprechende Datenschutzvereinbarung erstellt (Online Generator) und dem Nutzer eine Schnittstelle gegeben seine Daten zu betrachten.
Die App kann dann nur genutzt werden, wenn man der Datenschutzvereinbarung zustimmt.
Eine Anonymisierung des Nutzers wäre innerhalb unseres Gewerks in vielen Fällen nicht sinnvoll.
Da ich als Admin bei einigen Änderungen Rücksprache mit den Leuten halten muss.
Das Backend liegt auf einem geschütztem Laufwerk innerhalb eines Firmenservers, die Daten sollten damit soweit "sicher" sein.

Würde es nur um meine Kollegen gehen, würde ich darauf wohl komplett verzichten,
aber innerhalb eines Werksvertrag beim Kunden vor Ort, wird das ganze ein wenig komplizierter was rechtliche Fragestellungen betrifft.
Da auch der Kunde auf die App zugreift und diese innerhalb seines Systems läuft.

Mich würde interessieren wie eure Erfahrungen zu diesem Thema sind.

Viele Grüße
inco
inco123
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 14. Mai 2020, 18:06

Hallo,

also zunächst mal kannst Du hier keine Rechtsberatung erwarten. Das Datenschutzgesetz ist ganz schön umfangreich, da kannst Du Dich entweder selbst durchackern oder einen Rechtsanwalt konsultieren.
Nur Einsicht in die Daten ist aber ohnehin nicht genug, die DSGVO verlangt z.B. auch, daß der User seine Daten löschen können soll etc.

Wenn das Unternehmen einen Betriebsrat hat, muß dieser das ganze auch begutachten und kann ggf. sein Veto dagegen einlegen.

Ebenfalls ist natürlich zu beachten, daß Du als Developer nur Testdaten verwenden darfst und keine Einsicht in die echten Daten haben darfst, sofern es Dir nicht genehmigt wurde. Auch ein Admin hat dazu kein Recht, nur weil er es technisch kann. Es müssen daher auch, soweit möglich, z.B. Verschlüsselungen in Betracht gezogen werden.

Daß das Backend für personenbezogene Daten natürlich auf einem sicherbaren Datenbankserver läuft und nicht Access als Backend verwendet wird, gehört ja ohnehin zur Grundsicherung.

Aber wie gesagt, ich bin kein Rechtsanwalt, das genau abzuklopfen, gehört in jedem Fall in eine echte Rechtsberatung, denn bei Fehlern kann ein Unternehmen auch ganz schnell empfindliche Strafen bekommen, die prozentual vom Umsatz erhoben werden. Also am besten schriftlich absichern, damit Du Dich nicht selbst in die Nesseln setzt.
Die personenbezogenen Daten sind in Deinem Beispiel allerdings nicht nur der Windows-Nutzername. Alle anderen Daten werden durch das Hinzufügen des Personenbezugs auch automatisch zu personenbezogenen Daten, insbesondere in Deinem Beispiel. Was Du als "Audit" bezeichnest, ist eine komplette Änderungshistorie von Datensätzen in der Datenbank, zusammen mit dem Benutzernamen und ggf. noch einem Zeitstempel kann man wunderbare Profile eines Benutzers erstellen, z.B., wieviele Daten hat er pro Tag bearbeitet, wieviel gelöscht, von wann bis wann hat gearbeitet, wieviele und wie lange Pause gemacht.... usw.
Die Daten kann man dann auch mit Nutzerdaten aus anderen Datenbanken spielend kombinieren und dadurch weiter das Profil verfeinern, z.B. über die IP-Adresse, das Browserverhalten, den Proxy-, DNS- und DHCP-Server, so daß man feststellen kann, wann der User in der Datenbank gearbeitet und wann im Internet - und wo - gesurft hat.
Überschrift: "Datamining". Genau daher versuchte die DSGVO ja, dem einen Riegel vorzuschieben.

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon inco123 » 15. Mai 2020, 07:51

Hallo Christian,

ich danke dir für deine Einschätzung. Ich hatte sowieso vor, dass den Chef und in diesem Sinne einen Rechtsschutz zu konsultieren.
Das ist ein spannendes und an machen Stellen auch ein ziemlich absurdes Thema.
Für ein Profiling reicht unser Datenstrom nicht aus, bzw. die Informationen die man daraus erhalten kann liegen idR. sowieso offen.
Ich kann die Richtlinien der DSGVO in vielen Fällen verstehen, für kleine Projekte erscheint mir das allerdings in den meisten Fällen ein Overkill.

Das Speichern der Personenbezogenen Daten auf einem eigenen Datenbankserver kann ich vergessen.
In einer IT-fremden Fachabteilung eines großen Konzerns ist man da in vielerlei Hinsicht auf einem verlorenen Posten.

Wäre es sinnvoll eine Zufallszahl für die Sitzung eines Nutzers zu vergeben?

Viele Grüße
inco
inco123
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 15. Mai 2020, 08:04

Hallo,

Du wärst überrascht, was man aus den Daten alles machen kann...

Ja, Du kannst natürlich eine Zufallszahl vergeben, aber was bringt Dir die Information dann? Wenn Du nur eine History der Änderungen speichern willst, laß die Information einfach komplett weg, dann hast Du auch keine Datenschutzprobleme. Die übrigen Informationen alleine sind nicht personenbezogen und daher problemlos.

Die IT soll die für ein Unternehmen wichtigen Services zur Verfügung stellen. Es liegt auch im Interesse einer IT, dafür zu sorgen, daß unternehmenswichtige Daten nicht einfach so in irgendwelchen Access-Datenbanken etc. liegen, die nicht gesichert werden können. Auch bei großen Konzernen gilt das, auch wenn man manchmal erst ein paar Türen eintreten muß, um an die richtigen Leute zu kommen.

Wenn Deine Datenbank für Deine Arbeit wichtig ist, sollte es problemlos möglich sein, mit Deinem Vorgesetzten zu sprechen und eine für das Unternehmen sichere Methode zur Verfügung zu stellen. Es geht eben nicht um die private Briefmarkensammlung. Ein Datenbankserver steht in den allermeisten, speziell größeren Firmen, ohnehin zur Verfügung und kann dann leicht für eine zusätzliche Datenbank genutzt werden. Ich weiß, daß speziell Angestellte von Fachabteilungen gerne den "schnellen, kurzen" Weg gehen, weil der Weg über die IT oft länger dauert. Solche Insellösungen können dem Unternehmen aber am Ende mehr Geld kosten, wenn dann auf einmal viele damit arbeiten müssen und ohne diese Daten plötzlich auf dem Schlauch stehen. Dann muß auf einmal ein externes Programmierunternehmen gerufen werden oder eine Reihe Leute sind arbeitsunfähig, weil sie ihre wertvollen Daten in einer kaputten Access-Datei nicht abrufen können. Wer kommt dafür auf? Du?

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Gast » 15. Mai 2020, 08:25

Ja, Du kannst natürlich eine Zufallszahl vergeben, aber was bringt Dir die Information dann?


Die Zufallszahl für die Sitzung zeigt mir die Zusammenhänge in einem gewissen Zeitraum.
Das könnte in meinem Fall schon was bringen ...

Die IT soll die für ein Unternehmen wichtigen Services zur Verfügung stellen. Es liegt auch im Interesse einer IT, dafür zu sorgen, daß unternehmenswichtige Daten nicht einfach so in irgendwelchen Access-Datenbanken etc. liegen, die nicht gesichert werden können. Auch bei großen Konzernen gilt das, auch wenn man manchmal erst ein paar Türen eintreten muß, um an die richtigen Leute zu kommen.


Glaub mir ich habe versucht den Weg durch die Türen und Wände zu gehen.
Aber ich will mich hier öffentlich nicht dazu *auskotzen.

Wenn Deine Datenbank für Deine Arbeit wichtig ist, sollte es problemlos möglich sein, mit Deinem Vorgesetzten zu sprechen und eine für das Unternehmen sichere Methode zur Verfügung zu stellen. Es geht eben nicht um die private Briefmarkensammlung. Ein Datenbankserver steht in den allermeisten, speziell größeren Firmen, ohnehin zur Verfügung und kann dann leicht für eine zusätzliche Datenbank genutzt werden.


Unterschätze niemals die Angst IT-fremder Führungspersonen vor Übernahme von Verantwortung....

Solche Insellösungen können dem Unternehmen aber am Ende mehr Geld kosten, wenn dann auf einmal viele damit arbeiten müssen und ohne diese Daten plötzlich auf dem Schlauch stehen

Ich will meine Verantwortung nicht klein reden und ich denke ich habe schon sehr viel getan um meine Anwendung dahingehend zu stabilisieren (wenn da nicht gewisse Microsoft OS Builds wären)
Aber in meinen Augen krankt das System da von einer anderen Stelle ;)
Es macht aber wohl wenig Sinn das hier weiter zu debattieren.

Viele Grüße
Inco
Gast
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 15. Mai 2020, 11:02

Hallo,

es ist auch keine Frage der Diskussion mit mir, denn ich kann Dir nur meinen Standpunkt dazu mitteilen.

Es sind nur gedankliche Anregungen, denn frage Dich mal, wer von der Geschäftsleitung Verantwortung übernehmen wird, wenn jemand mal DEINE Anwendung unter die Lupe nimmt. Dann wird der Finger in DEINE Richtung zeigen und jeder sagen "Waaas? Davon haben wir ja nichts gewußt, das war auch nicht mit der IT abgesprochen, das hat der Mitarbeiter auf eigene Kappe entwickelt!".

An Deiner Stelle würde ich mich dahingehend absichern, genau diese Argumente bringen bezüglich Sicherheit, vor allem Kosten (immer der wichtigste Punkt...) und mir das Weiterentwickeln schriftlich genehmigen lassen, als Blatt Papier mit einer Unterschrift. Denn wenn Dich das im Job weiterbringt, weil Du Dir die Arbeit erleichterst, dann ist das toll und jeder wird Dich dafür loben, aber nur solange, wie es keinen Schaden einbringt. Am Ende mußt Du das ausbaden.

Ich würde mich darauf nicht einlassen.

Wenn das eine Datenbank ist, die nur genau Deinen Arbeitsplatz, Deine Arbeitsweise vereinfacht, dann kann man damit leben, weil es niemanden beeinflußt, keine Personendaten anderer Leute involviert sind und auch keine anderen Arbeitsplätze. Wenn dann irgendwas nicht funktioniert, kannst Du damit leben, kannst Du Dir selbst helfen oder die Datenbank verschrotten. Aber sobald mehr als eine Person damit arbeitet, ist absichern höchstes Gebot.

Also...einfach mal drüber nachdenken und dann mit entsprechenden Argumenten an die Geschäftsleitung/Deine Vorgesetzten/Deine Kollegen/Deinen Betriebsrat usw. herantreten und daraus ein Erfolgsmodell für alle machen.

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Gast » 15. Mai 2020, 11:33

Hallo,

die Punkte die du ansprichst sind absolut wichtig und richtig. Aber eher allgemein und jetzt nicht so direkt auf meine Frage bezogen.
Ich gehe trotzdem mal darauf ein:
Alles was ich bearbeite ist entweder vom Kunden beauftragt und/oder mit der Teamleitung abgestimmt.
Auch nach meinem Ausscheiden ist der Support durch einen Kollegen sichergestellt.
Es gibt eine Versionsverwaltung, automatisches Update, Namenskonventionen, ein Fehler-Logbuch inkl Fehlerbehandlung in jedem Sub...

Das ist aber eigentlich sowieso Voraussetzung für fast alles was man auf Arbeit macht.
Deswegen stelle ich bzgl. Datenschutz ja auch vorher die Fragen.
Mich interessiert welche Erfahrung andere schon mit dem Thema gemacht haben.

Ich hoffe die Datenbank ist bereits ein Erfolgsmodell für alle...
Die Datenbank läuft seit Jahren im Arbeitsalltag :wink:

Hintergrund, warum ich noch mehr Einblick bekommen möchte sind seltsame Datensatzkorruptionen im Mehrbenutzerbetrieb.
Ich würde die Korruption des Backends gerne vollständig vermeiden.
Hier habe ich die von Microsoft empfohlen Fixes bereits eingespielt.
Dennoch kommt es immer wieder zu einer Korruption die durch Reparieren des Backends behoben wird.

Viele Grüße
Inco
Gast
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 15. Mai 2020, 11:56

Hallo,

vielleicht lesen Du und ich ganz unterschiedliche Texte, aber was haben
Versionsverwaltung, automatisches Update, Namenskonventionen, ein Fehler-Logbuch inkl Fehlerbehandlung in jedem Sub

mit dem zu tun, worüber ich schrieb?

Es geht um Absicherung in Sachen Nutzbarkeit, Ausfallsicherheit für Mitarbeiter, die in Summe dem Unternehmen viel Geld kosten, Datensicherheit, deren Verletzung dem Unternehmen viel Geld kosten kann, wichtige Unternehmensdaten, deren Verlust dem Unternehmen ebenfalls viel Geld kosten kann - usw.

Was Du beschreibst, sind Anwendungssicherheiten, die OK sind, aber nichts mit dem Thema zu tun haben.

Die Tatsache, daß das Access-Backend (was es ja anscheinend ist) im Mehrbenutzerbetrieb zu Problemen führt, ist in Access eine altbekannte Tatsache, schon seit etlichen Versionen. Das KANN eine Weile gutgehen, aber ebensoleicht auch mal das ganze Backend zerdeppern. Access ist grundsätzlich nicht als Backend für unternehmenswichtige Anwendungen geeignet und absolut zu vermeiden, auch wenn es technisch "geht".

Es tut mir leid, wenn das knallhart rüberkommt, aber wenn Du zu einem externen Unternehmen gehört, das für Kunden Lösungen auf dieser Basis baut, dann würde ich Anderen davon abraten, mit Euch zusammenzuarbeiten. Es ist ja bekannt, daß Mitarbeiter von Unternehmen "schnell mal" eine Access-Lösung "basteln", weil sie von ihrem Unternehmen keine adäquate Lösung präsentiert bekommen und zur Selbsthilfe greifen.
Aber ein externes Unternehmen, das einwillligt, auf dieser Basis eine Lösung für ein anderes Unternehmen zu erstellen, kann man nicht wirklich ernst nehmen, geht gar nicht. Immer nach dem Motto "egal, der Kunde will das so und dann mache ich das so, Hauptsache, wir verdienen Geld" - sorry, das sehe ich anders. Ich würde mich grundsätzlich weigern, ohne einen Datenbankserver (welchen auch immer) eine professionelle Datenbanklösung zu erstellen. Access als Frontend ist kein Problem, auch wenn man sehr sorgfältig sein muß, aber geht alles. Access als Backend - absolutes No-Go für ein IT-Unternehmen, was Lösungen für Andere erstellt.

Wie gesagt, wenn interne Mitarbeiter das für das eigene Unternehmen machen, ist es meistens mangelnde Erfahrung oder Dringlichkeit, ist auch nicht gut, aber muß man mit leben. Dann kommen wir als externe DB-Programmierer meist später dazu und müssen das richten. Aber das als Lösung initial so aufzusetzen, ist schon hart.

Mag sein, daß ich mit meiner Meinung jetzt anecke, aber das ist halt meine persönliche Meinung, geht gar nicht.
Die Tatsache, daß die Backend-Datei immer wieder repariert werden muß, beweist, wie schlecht die Lösung ist. Und daß das schon seit Jahren läuft, ist kein Beweis für die Qualität der Lösung, sondern nur für Glück, daß noch nicht mehr passiert ist. Allein die Kosten für Wiederherstellung von bereits eingegebenen Daten, die durch eine Korruption ggf. verlorengehen, sind immens. 10 Mitarbeiter, 1 Stunde eingeben, Stundenlohn 50€, schon sind 500€ weg. Und das war nur ein Minimalbeispiel, da hängt noch sehr viel mehr dran.

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Gast » 15. Mai 2020, 12:07

Die Tatsache, daß das Access-Backend (was es ja anscheinend ist) im Mehrbenutzerbetrieb zu Problemen führt, ist in Access eine altbekannte Tatsache, schon seit etlichen Versionen. Das KANN eine Weile gutgehen, aber ebensoleicht auch mal das ganze Backend zerdeppern. Access ist grundsätzlich nicht als Backend für unternehmenswichtige Anwendungen geeignet und absolut zu vermeiden, auch wenn es technisch "geht".


Ja, das ist ein Punkt den ich dem Kunden ebenfalls wiederholt mitgeteilt habe. Es wäre sinnvoll das Backend auf einen SQL-Server zu ziehen.
Leider renne ich da gegen eine Wand. Da muss ich dann auch die Schuld von mir weisen. Ich den Kollegen sogar aufgezeigt wer anzusprechen ist, etc. ...

Es tut mir leid, wenn das knallhart rüberkommt, aber wenn Du zu einem externen Unternehmen gehört, das für Kunden Lösungen auf dieser Basis baut, dann würde ich Anderen davon abraten, mit Euch zusammenzuarbeiten. Es ist ja bekannt, daß Mitarbeiter von Unternehmen "schnell mal" eine Access-Lösung "basteln", weil sie von ihrem Unternehmen keine adäquate Lösung präsentiert bekommen und zur Selbsthilfe greifen.


Ist ok, ich sehe das im Grunde ja genauso.

Code: Alles auswählen
Access als Backend - absolutes No-Go für ein IT-Unternehmen,

Wir sind kein IT-Unternehmen. Die Insellösung ist so gewachsen, wie das eigentlich immer läuft ...

Allein die Kosten für Wiederherstellung von bereits eingegebenen Daten, die durch eine Korruption ggf. verlorengehen, sind immens. 10 Mitarbeiter, 1 Stunde eingeben, Stundenlohn 50€, schon sind 500€ weg

Es gehen eigentlich so gut wie nie Daten verloren. Hab das abgesichert...

Viele Grüße
Inco
Gast
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 15. Mai 2020, 12:21

Hallo,

"so gut wie nie" ist schon einmal zuviel....

"Vor die Wand rennen" - welches Gegenargument zum Aufsetzen eines SQL-Servers sollte da schlüssig sein?
Kosten? SQL Server Express gibt es gratis und kann dann immer noch doppelt soviel wie Access (was die Datenmenge angeht, darüber hinaus natürlich um etliches mehr als Access).
Betrieb? SQL Server kann auf dem gleichen Fileserver aufgesetzt werden, der jetzt die Datei hostet.
Administration? SQL Server läuft auch ohne Administration stabil und sicher durch Transaktionen und Logfiles, ansonsten wird nahezu Null Administration benötigt, nur bei echt "schweren" Datenbanken. Für Datenbanken, die in der Größenordnung einer Access-Datei liegen, kann man im Allgemeinen sagen, daß kein Aufwand besteht, den nicht der Entwickler selbst erledigen kann.

Also was für ein Argument soll es sein, daß den Betrieb einer Access-Datenbank mit all ihren Unsicherheiten für eine tolle Lösung hält und einen DB-Server ablehnt?

Wie gesagt, wenn Du interner Mitarbeiter bist, sichere Dich ab. Schriftlich. Ich würde da durchaus auch einen Anwalt konsultieren, der ein entsprechendes Schriftstück aufsetzen kann, ohne gleich im Dokument darauf hinzuweisen, daß der Verfasser ein Anwalt war...;)

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Gast » 15. Mai 2020, 12:51

Hallo,

"so gut wie nie" ist schon einmal zuviel....

sehe ich auch so

"Vor die Wand rennen" - welches Gegenargument zum Aufsetzen eines SQL-Servers sollte da schlüssig sein?


Keines, es will einfach nur keiner die Verantwortung dafür übernehmen...
Ich hatte aufgezeigt, wie Sie das in ihrer eigenen Infrastruktur angehen können. Es gibt dafür sogar eine umfangreiche Schnittstelle.
Betreuung inkl. so gut wie keine Kosten etc., Hab mich damals durch die halbe IT bei denen telefoniert.
Es ist manchmal echt traurig. Ohne Eskalation läuft bei den Großen oftmals leider gar nix.

Stattdessen wird parallel über Jahre versucht, das System auf ein Webinterface zu ziehen.
Richtiger Ansatz, scheitert nur im Grunde an den selben Problemen wie immer...

Wie gesagt, wenn Du interner Mitarbeiter bist, sichere Dich ab. Schriftlich. Ich würde da durchaus auch einen Anwalt konsultieren, der ein entsprechendes Schriftstück aufsetzen kann, ohne gleich im Dokument darauf hinzuweisen, daß der Verfasser ein Anwalt war...;)

Bin ich nicht intern und hab mich durch meine Dokumentation weitgehend abgesichert. ;)
Mach das mit der Erfassung personenbezogener Daten einfach nicht.
Gast
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Bitsqueezer » 15. Mai 2020, 14:44

Hallo,

auch für ein Webinterface (das nicht in Access erstellt wurde) wäre ein Datenbankserver die bessere Wahl.

Z.B. WebApps werden in den neuen Versionen von Access nicht mehr unterstützt und setzen außerdem einen Sharepoint-Server voraus. Der Aufwand wäre einiges höher.

Hier empfehle ich stattdessen immer RemoteApps, die ab Windows Server 2008 möglich sind und per Terminal Server funktionieren, damit kann man auch Remote per Internet arbeiten und braucht nicht einmal ein lokal installiertes Access/Office.

Verantwortung: Wer übernimmt denn diese für das jetzige Modell?...;) Also erst recht ein übles Argument.

Gruß

Christian
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Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon Gast » 15. Mai 2020, 15:00

Hallo,

puh, so viele Rechtschreibfehler im Text. :oops: Ich wünschte ich könnte meine Einträge etwas korrigieren.
Das Webinterface hat schon so eine Art SQL-Server im Hintergrund. Darauf gehe ich jetzt besser nicht näher ein. Sonst kommen mir heute noch die tränen...
Sagen wir einfach es ist kompliziert. :mrgreen:

Verantwortung: Wer übernimmt denn diese für das jetzige Modell?...;) Also erst recht ein übles Argument.

Tja, im Grunde haben Sie die schon... auch wenn Sie es wohl noch nicht so richtig gemerkt haben. :twisted:

Viele Grüße
Inco
Gast
 

Re: Frage zum Datenschutz

Beitragvon officegeek » 20. Nov 2020, 09:37

Dazu gibts eigentlich keine zwei Meinungen. Das Datenschutzgesetz ist in diesem Zusammenhang eindeutig. Du hast vorallem die Pflicht den Kunden / Usern die Möglichkeit der Dateneinsicht zu gewähren (Quelle). Ab einer bestimmten Größe kann sogar ein Datenschutzbeauftrager notwendig werden.
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