Access stürzt ab bei Klicken

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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Yak » 30. Nov 2020, 17:55

ComputerVersteher hat geschrieben:
Yak hat geschrieben:Ich würde es ja komplett verstehen, wenn man sagt, geht nicht mit den neuen Systemen, was mich aber so wundert ist, dass es auf einem Windows 10 64 Bit läuft, die ja sicher auf einem ähnlichen Programmkern basieren
Das könnte ein Hinweis sein.

Server haben halt strengere Sicherheitseinstellungen wie z.B. DEP für alles, außer den explizit ausgenommenen Programmen, die Clients (Win10) nur für bestimmte (kompatible) Programme.

Das hinzufügen von msaccess.exe zur Ausnahmen-Liste könnte die Lösung sein.

Gruß CV



Hallo Computerversteher
du warst die Rettung :)
DEP war die Krux
läuft alles
vielen Dank
auch an alle anderen natürlich für Tipps und Anregungen.
Yak
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon ComputerVersteher » 05. Dez 2020, 08:31

Btw: unser erster Tipp hätte prüfe die (Windows) Logs lauten sollen (erste Anlaufstelle bei Problemen)! Dann wäre das gleich aufgefallen!

Yak hat geschrieben:Ich erzähle der Geschäftführung schon seit 5 Jahren, dass das so eine Zeitbombe ist
Gibt es denn niemand über der Geschäftsführung (z.B. Gesellschafter) der die überzeugen könnte?

Gruß CV
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Yak » 05. Dez 2020, 12:52

Geschäftsführer = Gesellschafter :)

..aber wenn ich die nicht überzeugen kann, dann leider keiner :(

btw haben die sich aber vor einigen Tagen einen alternativen Softwareanbieter angesehen, aber das war wohl auch nicht der Knaller.
Wir sind auch sehr, sehr spezialisiert in unseren Anforderungen und mM nach geht das wirklich nur, wenn man selbst etwas komplett entwickelt. Das komplette Konzept und Lösungen, wie abzuwickeln, haben wir ja, aber keinen, der das umsetzten kann/will. Mein Vorschlag seit JAhren ist ja, 2-3 Programmierer fest anzustellen und das Vorhandene in ein paar Jahren umzusetzen. Sehe ich auch nicht als Problem, denn ich habe (wobei das Programmieren nicht meine Hauptauifgabe, eher "nebenbeschäftigung ist) in ca 8 Jahren das komplette Programm geschrieben, mit dem "alten "WaWi" erfassen wir lediglich noch Aufträge und schreiben Rechnungen, viel mehr ist davon nicht mehr in Nutzung. Problem ist halt, dass mein Porgramm auf deren Datenmodell mit all seinen Einschränkungen aufsetzten muss.
Wenn man doch nur geeignete Porgrammierer finden würde! Die GF hat das mal mit Stepstone usw probiert, aber Problem fing schon mit der Stellenbeschreibung an, da wüsste ich nicht mal, wie ich das definieren sollte. Ich komme vom Programmieren noch aus dem Steinzeitalter, Assembler auf dem C 64 :) und wüsste nicht, wie man das neue Umfeld da beschreiben müsste, um es anschaulich zu definieren.
Das Gute an unserer "gewachsenen" Altlösung ist aber, das wir hier viel Lehrgeld bezahlthaben ( ich zumindest, da viele Programmteile schon bestimmt 3 mal komplett durch andere Konzepte ersetzt wurden) und so im Prinzip festgestellte Hürden schon erfasst haben.Diese Fehler könnte man zumindest in der neu programmierten Version vermeiden und bliebe dem Neuentwickler zumindest erspart .

Also, wenn hier jemand auf Jobsuche ist, gerne melden ... :) Raum Ruhrgebiet
Yak
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon ComputerVersteher » 05. Dez 2020, 14:24

Yak hat geschrieben:Wir sind auch sehr, sehr spezialisiert
Womit macht Ihr denn euren Umsatz (oder ist das geheim)?

Yak hat geschrieben:mit dem "alten "WaWi" erfassen wir lediglich noch Aufträge und schreiben Rechnungen
Dafür braucht es aber doch keine spezial Software, das gibt's von der Stange (mit Schnittstellen zum Rest) oder Ihr last euch das in Access programmieren. Dazu ein SQL-Server als Backend, statt der mdb und Ihr könnt dann erst mal das Frontend (aber auf aktueller Access Version ) ohne große Änderungen (normalerweise;)) weiter verwenden. Mittelfristig optimiert Ihr dann das Datenmodell und werdet glücklich, wenn es wirklich keine fertige Lösung für Euch gibt.

Yak hat geschrieben:Ich komme vom Programmieren noch aus dem Steinzeitalter, Assembler auf dem C 64
Das ist doch erst mal eine gute Grundlage (du weist was die ALU macht). Dir fehlt aber das OOP (Objekt orientierte Programmierung) Wissen? Da ist VBA natürlich optimal, weil beides geht (OOP/Prozedural) . OOP in VBA kann man lernen! Schau Dir auch das Addin an, das gibt z.B. gute Ratschlage zur Code Optimierung (bei sehr großen Projekten ist es allerdings etwas langsam, aber nachdem man die Coding Ratschläge befolgt hat kann man es ja ausschalten)..

Yak hat geschrieben:Wenn man doch nur geeignete Porgrammierer finden würde! Die GF hat das mal mit Stepstone usw probiert, aber Problem fing schon mit der Stellenbeschreibung an, da wüsste ich nicht mal, wie ich das definieren sollte.
Externe Vergabe ist da vielleicht besser. Du brauchst nur ein gutes Lastenheft. Der/die Entwickler sind dann für die konkrete Umsetzung verantwortlich.

Gruß CV
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Bitsqueezer » 05. Dez 2020, 15:29

Hallo,

fragt sich, ob die Geschäftsführung bereit ist, Geld für eine externe Entwicklung auszugeben, das ist natürlich nicht so preiswert, wie ein interner Mitarbeiter, der "genug Zeit" hat, das während seiner Arbeitszeit "nebenher" zu machen...;)

Prinzipiell arbeite ich für ein Unternehmen, das sich auf individuelle Lösungen im Bereich Access und SQL Server spezialisiert hat, Sitz in Köln, die haben aber bundesweit Kunden. Da gäbe es also jede Menge Programmierer für genau so ein Projekt.

Nicht zuletzt: Wenn das WaWi-System eh nur für Rechnungen und Aufträge benutzt wird, könnte es dann auch ganz abgelöst werden, so daß man nur ein Programm hat am Ende.

Durchschnittlich muß man aber für solche Projekte mal mehrere Monate Entwicklungszeit rechnen.

Gruß

Christian
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Yak » 05. Dez 2020, 15:47

Hi Computerversteher

danke für Dein Interesse.

Wir sind ein Inhgabergeführtes Unternehmen und machen (zum Glück für uns, einiges komplett unkonventionell) im Vergleich zu der Konkurrenz , was für uns in vielen Dingen ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber gerade dieses Unkonventionelle stößt bei den Standardprogrammen auf Probleme.
Wenn ich schon das Wort "Lastenhefte" höre, dreht sich mir der Magen um :), was glaubst du, wie viele wir in den letzten JAhren definiert haben und was da für ein Müll rausgekommen ist . Lastenheft in Verbindung mit externe Programierern, (das Softwarehaus gibt das in (schlechter) Übersetzung an ausländische Programmierteams). Und wir haben zuerst noch die kleineren, in meinen Augen unkomplizierteren Sachen, dort machen lassen.
Ist wie früher auf dem Kindergeburtstag. "Stille Post" in ganz ,gaaaaanz schlimm :(.
Nichts von dem läuft oder entspricht dem alten Programm/Funktionsumfang. Und dabei wollten ich gerne, dass das Neue etwas besser macht und Dinge geeignet zusammenfasst. Jetzt kann man höchstens auf ein Imitat mit weniger Funktionen hoffen. Die Projektzbegleiter haben im Prinzip ja von uns, durch mein altes Porgramm, ein komplett funktionieren Vorlage und schon dabei scheitert es (haben mehrere "Projektleiter vom Sofwarehaus durch. Von Kapitulation bis Unfähigkeit was alles dabei ;) )

Naja und ich will das neue auch nicht selbst programmieren, das jetzige war schon die Hölle für eine One Man Show. Davon will (und muss) ich weg und bin auch mittlerwiele in einem Alter, wo ich dneke, dass in meinem Berufsleben nicht mehr zu Ende bringen zu wollen. Das Projekt begleiten wäre ok. Zumal ich eigentlich im Unternehmen eine ganz andere Position bekleide und ausführen muss.Bin normal im Verkauf angestellt.

Mein altes System auf ein anderes WaWi passend zu machen, wird der Hauptaufwand, da die Datenbankstruktur der alten WaWi in meinen Augen ein Horror ist (eher eine Excell TAbelle als eine DB mit fürchterlicher Redundanz und dadurch auch Logifehlern) und viele DInge musste ich so geradebiegen und aufwendig ergänzen, dass in Verbindung mit einem neuen System im Prinzip alles vom alten komplett geändert werden müsste. Da lieber komplett neu machen.

@Christian

ja, das ist ja auch genau meine Idee, den alten Kram ablösen und weg damit.
Das Problem die Fertiglösung mit unseren Ideen zu kombinieren, ist mehr Aufwand,als den Kram, den wir vom Standradprogramm übernehmen müssten, selbst zu machen.
I
Wenn die alte DB nicht so ein idiotischen Aufbau hätte, würde ich den restlichen Kram auch noch in mein Porgramm integrieren, aber das wäre dumm , so etwas als Basis für ein zukünftiges System zu nehmen. Wir stehen jetzt nicht unbedingt unter Zeitdruck (auch wenn jetzt schon Jahre durch im Kreis drehen vergangen sind).
Yak
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon ComputerVersteher » 05. Dez 2020, 16:01

Bitsqueezer hat geschrieben:das ist natürlich nicht so preiswert, wie ein interner Mitarbeiter
Ich wurde sagen nicht so billig, denn bei dilletantischer interner Entwicklung kommen die Kosten dann später ;)

Yak hat geschrieben:Wir sind ein Inhgabergeführtes Unternehmen und machen (zum Glück für uns, einiges komplett unkonventionell) im Vergleich zu der Konkurrenz , was für uns in vielen Dingen ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber gerade dieses Unkonventionelle stößt bei den Standardprogrammen auf Probleme.
Tätigkeitsfeld ist also geheim, sag das doch einfach :roll:

Yak hat geschrieben:ich will das neue auch nicht selbst programmieren
Ich fürchte Dir fehlt auch noch das Know-How dafür (kommt natürlich auf die (geheimen) Anforderungen an).Da braucht man viel Übung und Motivation um sich das anzueignen.

Yak hat geschrieben:Wenn ich schon das Wort "Lastenhefte" höre, dreht sich mir der Magen um , was glaubst du, wie viele wir in den letzten Jahren definiert haben und was da für ein Müll rausgekommen ist
Dann war das Lastenheft schlecht und/oder die Programmierer (und da gibt es jede menge Selbständige ohne wirklichen Plan kann ich aus eigener Erfahrung berichten ;(!
Yak hat geschrieben:(das Softwarehaus gibt das in (schlechter) Übersetzung an ausländische Programmierteams)
Also falscher, weil inkompetenter Partner.

Nimm Kontakt zu Bitsqueezer auf und lass das von seinen Arbeitgeber machen. Wenn seine Kollegen nur halb so kompetent sind wie er, dann zaubern die Euch eine tolle Lösung.

Gruß CV
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Yak » 05. Dez 2020, 16:20

Hi CV

ist nicht geheim, aber eigentlich auch nichts spezielles, ein "normales" Großhandelsunternehmen, etwas spezialisiert aber komplett unkonventionell.

Know How fehlt mir da ganz klar, habe ich auch nie in Frage gestellt :). Habe leider Programmierung und den derzeitge Stand der Technik nicht drauf, aber das bekomme ich dann leider nicht auch noch hin, obwohl es eine Versuchung wäre.
Ich habe halt oft immer gute Ideen, Probleme zu lösen und schustere mir dann, weil ich das auch sehr unkonventionell angehe, was zusammen, was oft besser ist, als das, was Standardlösungen anbieten.

Bin z:b: gerade dabei, eine Lösung für ein Hochregalsystem in Verbindung mit unseren System zu programmieren und habe da schon so viele Unzulänglichkeiten der Standardschnittstelle feststellen müssen, die eigentlich unsere Möglichkeiten mit dem System so stark einschränken, dass ich mir Zugang zu deren DB der Maschinen habe geben lassen und das jetzt komplett ausserhalb der eingeschränkten Schnittstellenrückmeldung umgesetzt habe. Läuft prima und bietet uns ein ganze Reihe an vorher nicht verfügbaren Möglichkeiten ( und der Anbieter des Lagersystems ist da schon ein Global Player/Markführer in dem Bereich, echt seltsam, dass da so viele Defizite erst auffallen, wenn man da etwas mehr in die Tiegfe geht. Super verschenktes Potential)
Und in dem Zusammenhang musste ich auch leider feststellen, dass Programmieren in anderen Firmen genau so sind, wie die bei unseren WaWi Anbieter :(, also kein Einzelfall.

Ich würde da schon lieber eine In House Programmierung bevorzugen, da das externe wie bei uns in die Hose gegangen ist. Hier näher an der Quelle zu sitzen und erstmal erkennen, wie unsere Firma tickt, ist da schon elementar.
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Bitsqueezer » 06. Dez 2020, 15:00

Hallo,

ich sage gar nichts gegen ausländische Programmierteams - die oft aus Indien kommen, die natürlich auch ewig viel preiswerter programmieren als unsereiner.

Problem ist eher, wie die Leute dort mit Aufgaben versorgt werden, Stichwort "Agile". Ich habe das, bevor ich (nun schon seit 2 Jahren) in dem neuen Unternehmen angefangen habe, in dem Projekt davor über ein Jahr mitbekommen, als man versucht hat, das (größere) Datenbankprojekt an genau so ein externes Softwareunternehmen auszugliedern. Deren Vorgehensweise: Agile.

Da wird das große Gesamtproblem genommen, in tausende kleine Häppchen zerlegt und ein bis zwei Wochen "Sprint" daraus gemacht, während dem es täglich mind. ein Meeting gibt (nur zu diesem kleinen Teilproblem!) und in dem man dann versucht, eben genau nur diesen winzigen Teil zu lösen.

Dabei wird konsequent alles Drumherum ausgeblendet, man hat die Aufgabe, hier einen Button zu implementieren und mehr nicht. Dann schreibt man noch ein paar Tests dazu und am Ende ist das ganze dann "gelöst", wenn die Tests erfolgreich waren.

Ergebnis: Pures Chaos, purer Schrott. Da man das "große Ganze" in keiner Weise mehr im Blick hat, kümmert man sich mit seinem Teilproblemchen auch nicht mehr darum, welche Auswirkung diese Änderung auf die restliche Umgebung z.B. des Formulares mit dem neuen Button oder gar auf andere Funktionalität in der Gesamtumgebung hat. Da werden einfach neue Felder in eine Tabelle eingebaut, weil das für DIESE Funktion halt gerade nützlich ist und HIER auch funktioniert. Daß dadurch aber die Tabelle an anderer Stelle nicht mehr funktioniert, naja, das wird dann als "Defect" bezeichnet, was dann eine neue Teilaufgabe produziert, die diesen Defect wieder beheben muß.

So ergibt sich ein Rattenschwanz von Problemen und immer weiteres Flickwerk, so daß ich mich frage, inwieweit sich solche Vorgehensweisen dann noch von dem ursprünglichen "gewachsenen" Flickwerk unterscheiden.

Ja, in dem Jahr habe ich Agile wirklich hassen gelernt, hatte selten so viele Meetings, in denen es heftig zur Sache ging und ich öfters beinahe ausgerastet bin, obwohl ich eigentlich ein sehr ruhiger Mensch bin, der sich nur sehr selten aufregt und alles mit Humor nimmt.

Den Jungs aus Indien kann man das nicht zum Vorwurf machen, waren auch alles sehr nette und freundliche Menschen, mit denen man gerne zusammengearbeitet hat. Aber die Agile-Vorgehensweise ließ ihnen halt auch keine andere Wahl. Dort wird man auch sehr schnell "abgeschossen", wenn man nicht so spurt, wie die Vorgesetzten wollen - es stehen etliche Nachwuchskräfte auf der Matte, die einen schnell ersetzen. Das Leben in Indien tickt ganz schön anders als hier. Das System Agile dient eigentlich nur einem: Dem Softwareunternehmen, daß so einen Vertrag eingeht. Man kann immer nachweisen, daß man "häppchenweise" das umgesetzt hat, was gefordert und vereinbart war, auch wenn das "große Ganze" am Ende gar nicht funktioniert. Und mit der Methode kann man über viele Jahre Geld verdienen und seine Hände dabei in Unschuld waschen. Denn die Häppchen sind ja getestet...

Sorry, nicht meine Welt. Ich kann mit dem Quatsch nichts anfangen. Meine Vorgehensweise ist, sich die Unternehmensprozesse, die so ein Datenbankprojekt betreffen, möglichst genau anzusehen, am besten direkt bei den betroffenen späteren Usern. Dann auch, diese zu interviewen und deren Vorstellungen von einem reibungslosen Ablauf aufzunehmen. Dieser Teil ist gar nicht unähnlich zu der Tätigkeit von Unternehmensberatungen. Am Ende nimmt man die gesammelten Werke und setzt sich mit jemandem zusammen, der direkt mit der DB-Planung zu tun hat und sich mit den Prozessen auf höherer Ebene auskennt und plant dann, was umsetzbar ist, was man sich vorstellt, was Wunschdenken ist und was eine gute Idee.

Daraus kann man dann das, was man landläufig "Lastenheft" nennt, umsetzen. Allerdings nicht, was gerne gemacht wird, "Usecases" mit seltsamen Diagrammen bis zum letzten Tastendruck zu planen, was nachher kaum einer versteht (auch der Programmierer nicht...) und viel zu sehr ins Detail geht, viel zu wenig designtechnische Freiheiten erlaubt. Diese eignen sich nur für das "Agile-Häppchenmodell", in dem dem Programmierer jegliche Eigenkreativität schon vorab genommen wurde, um quasi nur noch eine "Codingvorlage" zu erstellen, die abgeschrieben werden muß in Code - ob es sinnvoll ist oder nicht.

Ein Lastenheft sollte für meine Begriffe erst mal auf relativ hoher Flughöhe eine grobe Prozessbeschreibung der Anforderungen an eine Datenbank enthalten, die dann besagt, was man eigentlich erreichen will und wie, welche Daten auf welche Weise von wo nach wo fließen sollen und dabei schon mit einbeziehen, welche Technologie man sich in etwa vorstellt. Als Beispiel, ob man einen Barcodescanner im Lager will oder doch lieber RFID.
Und sowas plant man dann nicht einseitig, sondern die Programmiererseite zusammen mit der Unternehmensseite, denn das Unternehmen kann die Prozesse genau beschreiben, der Programmierer die technischen Möglichkeiten beraten und so kommt am Ende auch ein brauchbares Ergebnis heraus, das ruhig ein paar hundert Seiten umfassen darf (abhängig von der Größe der Gesamtlösung natürlich).

In der Umsetzung finden sich dann oft Details, die man bei der Planung vergessen hatte, die nicht absehbar waren, oder die aufgrund neuer Geschäftsanforderungen abgeändert werden müssen. Daher ist mein Kredo bei der Umsetzung: Flexibilität und Zukunftssicherheit über mikroskopische Kleinstplanung und auch durchaus mehr Zeit im Design verbringen, als nur auf ein zwingendes Zieldatum für die Umsetzung zu schauen, wie bei Agile. Schnell umsetzen ist einfach: Wenn eine Mail geschickt werden soll, in der ein Betreff und ein Text an ein Outlook geschickt werden soll, dann kann ich das alles in einer VBA-Prozedur zusammencoden und habe die Anforderung schnell umgesetzt. Aber das ist für meine Begriffe die falsche Vorgehensweise. Man macht zwar den, der das Datum einhalten will, damit glücklich, dafür wird man später dann den Programmierer wieder benötigen, wenn der Mailtext geändert werden soll. Steht halt leider nur im kompilierten Code. Und zwei Wochen später wieder. Usw. Am Ende zahlt man drauf, denn das ist ja nur ein winziges Beispiel. Meine Vorstellung im Beispiel hier wäre dagegen: Statt einfach nur banal die Anforderung tumb umzusetzen, dem Anforderer gleich den Tip geben, daß es besser wäre, eine Tabelle dafür vorzuhalten und eine Möglichkeit im Frontend, den Mailtext in der Tabelle zu editieren. Jetzt kann sich der Anwender jederzeit selbst behelfen und hat eine zukunftsträchtige Datenbank, die man flexibel an neue Anforderungen anpassen kann. Es kostet halt zu Beginn mehr Zeit, statt der simplen Hartkodierung erst eine Tabelle zu bauen, dann das Frontend, sie zu befüllen, dann eine Auswahlmöglichkeit beim Erstellen der Mail, möglicherweise auch noch flexible Mailclients uvm.
Mit der Agile-Häppchenmethode nicht möglich, weil alles schon vor Beginn der Programmierung feststehen muß, keine Flexibilität durch den Programmierer mehr möglich ist.

Ende vom Lied ist, daß man über viele Jahre mit so einem Softwareunternehmen Zeit und Geld verschleudert hat und oft dann das Projekt doch einstampfen muß, weil nichts wirklich funktioniert.

Es gibt sicher auch positive Beispiele für Agile-Projekte, wenn man es in gewissen Grenzen betreibt. Tägliches Meeting? Völliger Schwachsinn, raubt einem den Tag und hält von der Umsetzung ab. Einmal die Woche oder alle zwei Wochen ein Meeting mit dem Stand der Dinge, völlig ausreichend. Und zwischendurch mal, wenn man ein Design beginnt und nochmal absprechen will, ob das Design so den Vorstellungen entspricht, bevor man sich in der Umsetzung auf einen völlig falschen Pfad begibt und Zeit verschwendet hat, etwas umzusetzen, was niemand will.

Nur Teilprobleme umsetzen? Klar, völlig richtig, man kann nicht ein Gesamtprojekt umsetzen, muß immer in Häppchen arbeiten. Aber doch bitte nicht mit den Agile-Scheuklappen! Was immer man gerade umsetzen will, muß IMMER auf das große Ganze bezogen werden. Und dabei muß man nahezu andauernd auch an Seitenbaustellen aus anderen Bereichen arbeiten, um die notwendigen Voraussetzungen an anderer Stelle zu erarbeiten, die durch ein Agile-Scheuklappen-Häppchen einfach "ausgeblendet" werden, nur um das bescheuerte Agile-Ziel zu erreichen. Ein Defect wird's schon richten...

Wenn ich eine Datenbank umsetze, dann muß ich sehr oft zwischen ganz verschiedenen Ecken des Projektes hin- und herspringen, um Änderungen und Anpassungen so vorzunehmen, daß am Ende alles reibungslos zusammenarbeitet. Das Problem ist, daß meine Vorgehensweise sich halt nur begrenzt für Teams eignet, weil man sich sonst schnell gegenseitig in die Quere kommt. Je nach Größe eines Projektes kann man aber durchaus größere Module bestimmen, die von unterschiedlichen Leuten umgesetzt werden, die wiederum selbständig untereinander die notwendigen Schnittstellen und Arbeitsbereiche definieren. Oh Wunder, das geht ganz ohne Agile oder ellenlange Gesamtmeetings.

Leider funktioniert die Welt halt oft anders. Da ist der Geschäftsführer, der sich den Tag über nur Statistiken und Werte ansieht und dann Investitionszahlen abwägt, aber nie die Details betrachtet oder betrachten will. Da ist der Softwareunternehmer mit seinen 1000 Vasallen, der hauptsächlich daran interessiert ist, möglichst viele seiner Leute so lange wie möglich "am dampfen" zu halten, dem das Projekt selbst eigentlich völlig egal ist. Leider keine Seltenheit, insbesondere bei denen, die riesige Programmierteams im preiswerten Ausland vorhalten.
Letzten Endes muß der Unternehmer bei seiner Investition dem Softwareunternehmen vertrauen, verantwortungsvoll an der Projektumsetzung zu arbeiten und gemeinsam eine sinnvolle Lösung im Rahmen eines Budgets zu finden. Umso schwerer ist es, eben dieses Vertrauen aufzubauen, besonders, wenn man vorher schon schlechte Erfahrung mit anderen Softwareunternehmen hatte.
Daher bin ich auch froh, bei dem Unternehmen zu sein, bei dem ich aktuell bin, weil die Leute hier alle mit Herzblut an ein Projekt rangehen und der Chef selbst Teil von solchen Umsetzungsprojekten ist, also "mittendrin". Ich hätte es wohl nicht besser treffen können. In einem Unternehmen, das nur "tumbe Agile-Programmierer" in der oben beschriebenen Weise beschäftigt, hätte ich wohl nicht mal die Probezeit überstanden...;) Weil ICH dann gegangen wäre.
Hier dagegen dürfen wir alle eigenverantwortlich arbeiten und bislang sind alle Projekte erfolgreich gewesen, die Leute kommen auch immer wieder gern zurück.

So, bevor das jetzt zu sehr nach Werbung aussieht, beende ich hier mal. Ich stehe zu dem, was ich oben geschrieben habe und würde auch dann so weiterverfahren, wenn ich vielleicht mal eine andere Anstellung in einem anderen Unternehmen hätte. Aber bislang denke ich, daß ich vielleicht noch den Rest meines Berufslebens bleiben werde, wo ich bin...:)

Schönen Nikolaus noch,

Christian
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon derArb » 06. Dez 2020, 17:11

Hallo,
eine sehr verantwortungsvolle Sicht von Bitsqueezer, der natürlich die auftragnehmende Seite objektiv abklopft
und dabei auch auf das Zusammenspiel mit den fachlichen Partnern des Auftraggebers zu verweisen versucht.
Meine Firma hatte zu Zeiten, in welchen kaum jemand noch an digitale Steuerung von Geräten in meiner Branche gedacht worden war, das einmalige Glück, ein Hardwareprodukt entdeckt zu haben, welches es wagte, bis dahin manuell einmalige Bewegungen von Händen und Fingern an Geräten reproduzierbar in einem Computer abzuspeichern und
diese Bewegungen auf der analogen Ebene auch physisch wiederholen zu können.
Der amerikanische Hersteller entschied sich, uns für 3 -5 Monate einen Ingenieur vor Ort abzustellen, welcher direkt sich
informieren konnte, wie sein bei uns installiertes Produkt an unsere Belange angepasst werden müssten.
Es gab einen regen Austausch und viele viele Softwareanpassungen, welche durch die Zeitverschiebung mit L.A. von ca. 9 Std.
gelöst wurden. Da gab es aber noch keine passende Internetverbindungen, sondern Eproms, welche dann uns geschickt worden waren. Alles ziemlich umständlich, weil die auch noch mechanisch ausgetauscht werden mussten.
Der Vorteil lag eindeutig auf beisen Seiten.
Wir bekamen ein perfekt zugeschnittenes Produkt und der Hersteller bekam in unserer Firma das Know How der berühmtesten
Spezialisten der europäischen und amerikanischen Branche.
Ein wunderschönes Geben und Nehmen, indem man zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ein beide Seiten kennendes
Interface einsetzt.
MfG
derArb

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Ich bevorzuge Beiträge mit korrekter deutscher Grammatik.
derArb
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Yak » 06. Dez 2020, 17:47

Hi Arb, Hi Christian

ja, ihr sprecht mir da schon aus der Seele :)
Ich kann "Agil" auch nicht mehr hören, da ich ja sehe, was die daraus machen :(

Ich habe eine Programm zur Auftragsabwicklung/Anarbeitung/Rückkalkulation für den Lagerbetrieb geschrieben. Da wid rMAterial geschnitten, gesägt, gebohrt usw. Basis ist eine Angebots/Auftragserfassung, die zudem gleich eine Kalkualtion enthält, in der man den Aufwand der BEarbeitung an den eingesetzten /gewählten Maschinen berechnen kann (Betriebskosten, usw, so dass man auch den Auftrag/Anfrage kurz mit unterschiedlichen Maschinen durchrechnen lassen kann und sehen, welches für diese spezielle Aufgabe die beste Variante darstellt. Das Kalkulationsprogramm kann Kundenzeichungen auslesen (Werkteilee, Bearbeitunsgaufwand usw) und so wie ein Baukastensytem zusammenstellen ( DAzu gibt es ein Porgramm in der Kundenverwaltung, wo man diese BAuteile anlegen kann). Dazu hinterlegte Preise und Rabattstaffeln usw. Klappt prima und die Anarbeitunsoptionen sind schon sehr vielfältig (von Rückverfolgbarkeit, Verladung, Transport, Externe Zusatzbearbeitung usw). Das Lagerprogramm bucht dann dazu das Material ab und entstehende Reste zurück. Der ganze Komplex ist schon sehr verzahnt und eines der umfangreichsten Programme.

Agil gehts los bei unserem Anbieter. Er pickt sich "nur"das Bestands ab und Restbuchungsprogramm raus. Super Idee ;) Kalkulationsprogramm fehlt, der gesamte Maschinenpark und die Maschineneigenschaften, inkl Ersatzteil, Wartung Kosten ,Kapazitätsauslasung, Bearbeitungsdauer Schnittstellen zur Datenübertragung an die Maschinen ! Alles nicnt dabei. Viel Spass denjenigen, die nachher des REst integrieren dürfen. In meinen Augen unmöglich, weil man hier völlig falsch geplant hat, womit man anfangen soll. Mein Lieblingssatz vom Chef des Softwarehauses. "Wir haben in unseren Datenbank für alles ein "Feld"" . Noch fragen ?
Yak
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Re: Access stürzt ab bei Klicken

Beitragvon Bitsqueezer » 07. Dez 2020, 01:22

Hallo Yak,

wobei das jetzt nicht mehr nach Großhandelsunternehmen, sondern eher nach einem Produktionsunternehmen gehört.

Das ist schon ein ziemlicher Umfang, was Du da alles aufzählst, da braucht es eine wirklich gute Planung.

Das Thema "Agile" klingt, als ob es so ähnlich laufen würde wie in dem oben beschriebenen Projekt...:)

Aber jetzt weißt Du ja, wo das Problem liegt: Sie haben in der Datenbank für ALLES nur EIN Feld...das kann ja nichts werden...;))

Gruß

Christian
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