Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

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Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon lupo1 » 16. Aug 2017, 13:03

Erzählt mal, ob ihr N, O, W, S und städtisch, vorortlich, ländlich wohnt. Ich wohne im Norden innenstädtisch, aber sehr grün direkt zwischen hohen Bäumen und an der Grenze eines Parks und nur 15 Meter von einem Fluss.

Welche Insekten seht/spürt/hört Ihr in diesem Sommer?

Ich habe die ganze Zeit mein Fenster auf. Ich habe sogar etwas experimentiert, indem ich Obst/Gemüseabfälle offen im Eimer auf den Küchentisch stellte. Am Anfang waren noch einige wenige Fruchtfliegen da. Aber sogar die sind jetzt weg, nachdem ich eine Klebefalle aufgestellt hatte.

Nicht nur keine Bienen, sondern auch keine Mücken, keine Fliegen, keine Wespen. Höchstens ein paar Miniflügler manchmal im Bad, vermutlich wegen der 1m langen Duschablaufrinne, in der immer ein wenig Wasser ist (Wasseroberfläche unter der Abdeckung ca. 3 x 16 cm² als/vor dem Geruchsverschluss).

Was einen sonst gestört hat, fällt einem natürlich erst mal nicht negativ auf, wenn es fehlt.
MfG (und Hallo! natürlich auch) Lupo
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon maninweb » 16. Aug 2017, 13:25

Hallo,

also Fruchtfliegen haben wir hier genug :D

Was wir allerdings seit einiger Zeit festgestellt haben, die Vögel sind irgendwie alle weg. Was heißt, morgen sehr früh, ist's echt sehr still!
Jetzt unabhängig von Stadtlärm (Aachen, quasi Innenstadt). Insekten sind m.E. auch deutlich weniger, insbesondere Bienen, Wespen usw.
Aber das ist schon länger so, und es scheint mir, als werden es immer weniger. Schmetterlinge sieht man z.B. nur noch selten.
Insgesamt aber schon komisch - naja, so komisch auch nicht, bei allem was der Mensch so treibt.

Gruß
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon lupo1 » 16. Aug 2017, 14:25

Ok, die Vögel leben von Würmern und Insekten. Wenn die Insekten fehlen (das liegt ja wohl an Monokultur und Pestiziden), dann gibt es weniger für die Vögel.

Das mit der Stummheit der Vögel fällt mir deshalb nicht mehr auf, weil ich deren Frequenz bei geschlossenem Fenster schon länger nicht mehr hören konnte (bin 50+, und bei meinem Opa und meinem Vater ging die Hörleistung auch schon mit 45 ziemlich runter).
MfG (und Hallo! natürlich auch) Lupo
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon Nepumuk » 16. Aug 2017, 14:48

Hallo,

ich wohne am Rand von Regensburg und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich Bäume.

Hier fliegen Meisen (Kohl und Blau), Amseln, Eichelhäher, Buntspecht, Grünlinge, Elstern und andere. Schmetterlinge sind rar, nur Admiral, Zitronenfalter, Pfauenauge und Kohlweißling sind ab und zu zu sehen. Wespen (gemeine und Feld) gibt es mehr als genug. Die versuchen immer in meine Rollladenkästen einzuziehen. Bienen gibt's auch, aber nur Wildbienen, keine normalen Honigbienen. Bei mir ziehen auch immer (1x wöchentlich schmeiß ich sie raus) Spinnen ein. Das liegt daran dass ich die Balkontüre nachts offen lasse. Oft sehe ich Schlupfwespen die ihre Nester in meinen Blumentöpfen anlegen und dann unermüdlich andere Insekten, meisten Florfliegen, anschleppen. Und Heupferde (die großen grünen 5-6 cm) sehe ich immer wieder auf dem Balkon.

So gesehen ist es am Stadtrand noch einigermaßen in Ordnung.
De fontibus non est disputandum

Gruß
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon lupo1 » 16. Aug 2017, 14:55

Das passt zu den in Bayern ggü dem Norden (ich aus Bremen) im Durchschnitt kleineren durchgehenden Agrarflächen/landw. Betrieben. Kleine Flächen bedeutet insgesamt mehr Ränder, und somit wohl noch ausreichend Biotope. Außerdem gibt es in hügeligeren Gebieten mehr Flächen, die zu schwierig zu vereinnahmen sind.

Vermutlich wird man besonders aus Brandenburg oder Meck-Pomm das Gegenteil lesen.

Apropos Rolladenkästen: Vermutlich nicht jährlich in die selben Kästen, oder? Eher reihum?
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon Nepumuk » 16. Aug 2017, 15:02

Hallo,

immer in denen an der Südseite, an den anderen Seiten will keine einziehen.
De fontibus non est disputandum

Gruß
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon juvee » 17. Aug 2017, 23:58

Hi,
ich wohne am Stadtrand einer Kleinstadt in der Lüneburger Heide.
Wenn ich in die Gärten meiner Nachbarn schaue sehe ich nur Rasenwüsten. Nicht einmal Klee, Gänseblümchen, Löwenzahn. Wenn ich früher mit dem Auto 150 km unterwegs war, brauchte ich einen kräftigen Mückenschwamm, um die Frontscheibe wieder durchsichtig zu machen. Heute fehlen diese Schwämme an den Tankstellen. Kosteneinsparungen oder fehlende Notwendigkeit? Vermutlich letzteres.

Seit 2 Jahren mähe ich ich meinem Garten nur noch 2 x im Jahr, die Blumenrabatten sind mit Wildkräutern durchsetzt, es gibt ungenutzte Flächen, die sich die Natur zurückgeholt hat. Mein Teich ist voller Molche, Libellenlarven, Rückenschwimmern und vmtl auch Fliegen- und Mückenlarven. Im letzten Winter hat ein im freien aufgeschichteter Brennholzhaufen unzähligen Haselmäusen Unterschlupf geboten ( erkennbar an den Resten aufgefressener Kirchen und angefressenen und ausgeluschten Kirschkernen). Trotz 2er Insektenhotels beherberge ich auf dem Dachboden ein Wespennest. Es tummeln sich ebenfalls viele Schmetterlinge bei mir herum, der Artenreichtum fehlt aber.
Bei der Bürgermeistersprechstunde habe ich darum gebeten, die Maaht der Strassenrandstreifen dem Futterbedürfnis der Insekten und Kleintiere anzupassen.

Wenn jede Gemeinde nur 1 ha Land "verwildern" ließe und sich bei der Pflege der Grünanlagen/Strassenrandstreifen naturgemäß mäßigen würden, wäre vielen Insekten/Kleintieren schon geholfen. Und auch wir Kleingärtner könnten etwas für die Umwelt tun.
In diesem Jahr war bei mir vermutlich witterungsbedingt während der Blüte der Kirsche, Apfel, Plaume und Mirabelle kein einziges Insekt tätig. Meine Ernte in diesem Jahr bei allen aufgezählten Bäumen: NADA, NOTHING GAR NICHTS. Arme Haselmäuse! Keine Äpfel aus dem eigenen Garten für die Amseln/ Meisen/ Spatzen im Winter.

Aus dem oberen Geschoss im TrumpTower kann man solche Entwicklungen natürlich nicht erkennen, auch in Berlin und anderen (Bundes-) Landeshauptstädten gibt es wohl einige Präsidenten-, Kanzler- und Ministerbüros, die auch keine Bodenhaftung mehr in ihren Eigenschaften zu verzeichnen haben. Daher gibt es auch keine Methoden wie add, insert, delete etc, um das Dilemma zu beheben.
Gibt es künftig keine Insekten und auch nicht die vielen Chinesen, die bereits jetzt Blüten bestäuben, wird wohl eine Methode des Objektes "Erde" irgendwann ausgelöst: set Population= Erde.Menschheit.eraseall

"Der Mensch braucht die Natur, die Natur den Menschen nicht. Der Mensch ist Teil der Natur, er ist ihr nicht übergeordnet. Erst wenn er das begreift, hat er eine Überlebenschance." Richard Freiherr von Weizsäcker

Ich habe fertig

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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon Nepumuk » 18. Aug 2017, 09:59

Hallo,

da fällt mir sofort die "Weissagung der Cree" ein:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Bedrückter Gruß
Nepumuk
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon lupo1 » 18. Aug 2017, 10:12

Juvee, schön geschildert!

Es wird dem deutschen Spießer sehr schwer fallen, als erster vor seinen Nachbarn in der Monsanto-"Gartenpflege" ausreichend "zurück zu fallen". Damit meine ich natürlich: Den ersten Schritt zu tun.

"Der Meyer, bei dem sieht es vermutlich beruflich und privat und im Haus genauso wild aus, wie in seinem Garten. Außerdem kriege ich von dem jetzt die ganzen Unkräutersamen rübergeweht. Und ohne ihn hätte ich keine Mücken- und Wespenstiche."

Es würde schon viel helfen, wenn von jedem Rasen 1/3, die Hälfte, 2/3 oder 3/4 naturbelassen bliebe. Das zweimalige Mähen pro Jahr nutzt übrigens auch der Natur! Hand aufs Herz: Wo sind noch Kinder, die den ganzen Rasen brauchen?

Vielleicht sollten Wohngebiete (Straßenzüge) dies für sich als erstrebenswert zuerst im kleinen angehen.

Und man würde sich nicht immer feige hinter der Landwirtschaft verstecken, die gefälligst den ersten Schritt zu tun habe.
MfG (und Hallo! natürlich auch) Lupo
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon mumpel » 18. Aug 2017, 12:54

Hallo!

Bei mir an meinem Arbeitsplatz (direkt am Bodensee) gibt es noch genug Insekten. Bienen, Hummeln, Wespen, vereinzelt noch größere Insekten (Z.B. Hornissen) und viele viele Spinnen. Das Seeklima ist optimal für Insekten.

Gruß, René
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Re: Aber sowas von OT: Wo sind die Insekten?

Beitragvon KeGe » 21. Aug 2017, 10:17

Wir können hier über zu wenig Insekten nicht klagen, auch Vögel gibt es. (Südthüringen, Stadtlage)
Ich halte mir die Wespen mühsam mit einer Wespennestatrappe aus der Küche....

Beim Autofahren ist mir das aber auch schon aufgefallen, dass die Scheiben nicht mehr so schlimm verkleben. Insgesamt scheint also wirklich die Insektenpopulation zurückzugehen.

Was die Gärten angeht, habt Ihr Recht.
Wir mähen auch nur 2x im Jahr und der Rest des Gartens ist eine ziemliche Wildnis :mrgreen: nicht zur Freude der Nachbarn, die sich tatsächlich öfters beschweren, dass die Samen zu ihnen fliegen. Manche Leute haben völlig den Bezug zur Natur verloren - und müssen dazu nichtmal im x-ten Stock wohnen.

Viele Grüße,
Kerstin
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