Briefpost noch täglich nötig?

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Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon lupo1 » 18. Dez 2017, 08:53

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Post-bee ... 89910.html

Man kann ja davon halten, was man will. Aber würde jeder Empfänger nur zweitägig beliefert, brauchte es wohl nur noch 60% der Briefträger.

Außerdem ist es doch auch schon jetzt eher zufällig, ob ich einen heute abgeschickten Brief morgen oder übermorgen erhalte. Und Fristen sind zwar oft kurz, aber mit einer höheren Zuverlässigkeit bei zweitägiger Belieferung kaum weiter beschnitten.

Man könnte sich auch ein Postfach zulegen, in welches weiterhin täglich zugestellt würde. Und/Oder: Gewerbegebiete oder Behörden würden weiterhin täglich empfangen, so dass die Fristverkürzung nicht doppelt wäre, nämlich sowohl - als Beispiel - beim Bescheid als auch beim Rechtsmittel dagegen.

Ich selbst gucke oft nur einmal die Woche in meinen Haus-Postbriefkasten.

Wie seht Ihr das? Wenn das Porto dadurch um 20% sinken könnte?

Noch ein Vorteil: Entspannte Empfänger, die von vornherein wissen, dass sie Di Do Sa nicht auf Post warten müssen.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon hddiesel » 18. Dez 2017, 09:30

Hallo Lupo1,

halte ich für keine gute Idee.
Es gibt Post, welche den nächsten Tag schon Benötigt wird, diese Kunden verzichten gerne auf die 20% weniger Portokosten, den Sie hätten ein großes Problem.
Was machen wir mit den 40%, der frei gewordenen Arbeitsplätze?
OK ab zum Arbeitsamt, sollten eben alle etwas kürzer treten, sind ja nur geringe Mehrkosten, wenn man es auf die Allgemeinheit verteilt.
Jede Arbeitseinsparung, hat ihre Vor und Nachteile, am Ende wird immer das schwächste Glied damit belastet und nicht jene, welche von den Einsparungen profitieren und es sich auch wirklich leisten könnten.
Mit freundlichen Grüssen
Karl


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Beitragvon lupo1 » 18. Dez 2017, 09:53

hddiesel hat geschrieben:Es gibt Post, welche den nächsten Tag schon benötigt wird. Diese Kunden verzichten gerne auf die 20% weniger Portokosten, denn sie hätten ein großes Problem.

Postfächer oder Stationen könnten doch täglich beliefert werden. Und da jeder täglich einen Weg von oder zur Arbeit oder zum Einkaufen macht (oder machen sollte, um sich zu bewegen), kommt er an so einer Station vorbei. Bedingung: Die müsste natürlich dann schon um 7:00 beliefert sein. Oder, sozialverträglich: Bis 16:00 Uhr. Die Kombination: "krank und bewegungsunfähig" und "auf tägliche Post angewiesen" wird sich nahe Null bewegen. Recht könntest Du haben, dass die Post gerade aus diesen sie verpflichtenden Gründen in Teilen mehrwertsteuerbefreit war oder ist.

hddiesel hat geschrieben:Was machen wir mit den 40% frei gewordener Arbeitsplätze?

[Scherz] Loriot: "Ach, Sozi sind Sie also auch noch?" ;) [/Scherz]
Wenn wir damit anfangen, Leistungssteigerungen aus sozialen Gründen zu verhindern, gehen wir ganz schnell vor die Hunde. So etwas darf doch NIE Hinderungsgrund sein, etwas zu ERWÄGEN. Es ist ein Totschlagsargument gegen jeglichen Fortschritt. Hast Du schon mal von "Strukturwandel" gehört? Geht es uns (Verbrauchern) nicht viel besser mit den fast freigegebenen Ladensöffnungszeiten, die zwar für die Beschäftigten doof sind, weil sie jetzt Schichtarbeit machen, aber langfristig doch zu einer optimalen Ressourcenallokation führen? Das ist ketzerisch gefragt, denn ich - als strammer Marktmensch - fände die alten Öffnungszeiten tatsächlich für das Wohlbefinden der Bevölkerung insgesamt besser. Aber diese Ansicht teilen nur wenige mit mir, sogar weiter links stehende nicht - schon oft darüber diskutiert.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon Balisto3 » 18. Dez 2017, 10:15

Also ich finde es ist schon wichtig, das es jeden Tag passiert!
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon Mister Stringer » 18. Dez 2017, 10:52

Ich selbst gucke oft nur einmal die Woche in meinen Haus-Postbriefkasten.


Ach so, ja dann. Also ich habe in den letzten 40 Jahren kein Spiel der Bundesliga gesehen. Daraus kann man ja dann ableiten, daß man diese deutlich verkleinern - wenn nicht sogar abschaffen - könnte. Die Einsparungen an Subventionen, Kosten im ÖPNV und bei Polizei dürften immens sein. Ich glaube, wir sind uns einig, daß dies eine gute Idee wäre.
Spaß beiseite. Ich denke, Sie erkennen, wie unsinnig es ist, seine eigenen Lebensgewohnheiten auf alle übertragen zu wollen. Die Anzahl der Menschen, die "krank und bewegungsunfähig" sind, nimmt übrigens zu. Ich glaube nicht, daß Sie im Entferntesten dazu befähigt sind, über die Dringlichkeit deren Briefpost zu philosophieren.

MfG
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon hddiesel » 18. Dez 2017, 10:56

Hallo Lupo,

zu:
Wenn wir damit anfangen, Leistungssteigerungen aus sozialen Gründen zu verhindern, gehen wir ganz schnell vor die Hunde. So etwas darf doch NIE Hinderungsgrund sein, etwas zu ERWÄGEN. Es ist ein Totschlagsargument gegen jeglichen Fortschritt. Hast Du schon mal von "Strukturwandel" gehört? Geht es uns (Verbrauchern) nicht viel besser mit den fast freigegebenen Ladensöffnungszeiten, die zwar für die Beschäftigten doof sind, weil sie jetzt Schichtarbeit machen, aber langfristig doch zu einer optimalen Ressourcenallokation führen? Das ist ketzerisch gefragt, denn ich - als strammer Marktmensch - fände die alten Öffnungszeiten tatsächlich für das Wohlbefinden der Bevölkerung insgesamt besser. Aber diese Ansicht teilen nur wenige mit mir, sogar weiter links stehende nicht - schon oft darüber diskutiert.


Frage dazu einmal, die älteren Menschen, in den kleineren Ortschaften, frührer mehrere Geschäfte, für den täglichen Bedarf, Heute durch den Fortschritt unerreichbar für Sie, Km weit entfernt.
Kein Bäcker, kein Metzger, oder sonst noch ein Geschäft, oder Geldinstitut in der Ortschaft und ohne die Hilfe von Gemeindemitgliedern, welche die Benötigte Zeit, dafür nicht in Rechnug stellen, wäre ihr Leben trostlos.

Wichtig ist immer, dass es den Oberen 10.000 sehr sehr Gut geht, das nennt man dann Fortschritt, mein Auto, mein Haus, mein Boot.

Wir haben in unserem Jahrhundert einige technische Fortschritte gemacht, was unser Leben leichter macht.
Die Frage ist nur, war das alles von Vorteil, oder belügen wir uns selbst.

Schaue dir die vielen Altlasten an, die täglich produziert und vertuscht werden, aus den Augen, aus dem Sinn, wie in den vielen Jahren davor.

Eine alte Frau sagte in meiner Jugend zu uns, ich habe 2 Weltkriege überlebt und hatte zwischen den Kriegen,
ein mehr oder weniger schönes Leben, aber was euch noch erwartet, möchte ich mit Sicherheit nicht mehr erleben.

Wir können alle Froh sein, dass viele den schnellen Fortschritt bremsen und an die Altlasten erinnern.
Schaue nach China und die anderen aufstrebenden Länder, da ist noch in weiten Gebieten, Altlasten ein Fremdwort und die Menschen ersticken und erkranken im Müll.

Da sehe ich immer parallelen zu uns, in den früheren Jahren, viele Seen, Bäche und Flüsse eher eine Kloake, als saubere Gewässer, überall wilde Müllkippen, ohne verantwortungsbewusste Kontrollen.
Die Besitzer der Müllhalden machten sehr gute Gewinne und hatten ein schönes Leben, die Sanierungskosten Jahre danach, trägt die Allgemeinheit, denn die Unternehmer haben sich durch die Hintertüren, vor der Verantwortung und den Kosten vergedrückt.

Das viel gelobte Wirtschaftswunder, Altlastgebiete wurden viele Jahre später zu Wohnsiedlungen, die Folgekosten werden den neuen Grundstücksbesitzen auferlegt, um die Altlasten zu beseitigen.

Wollen wir wirklich alle diesen Fortschritt?
Im Alter hat man da wirklich, eine andere Meinung dazu und sieht vieles Klarer.
Mit freundlichen Grüssen
Karl


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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon lupo1 » 18. Dez 2017, 13:07

Mister Stringer hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß Sie im Entferntesten dazu befähigt sind, über die Dringlichkeit deren Briefpost zu philosophieren.


Philosophieren (korrekt: Diskutieren) kann jeder, auch ohne Befähigung. Wir sind ein freies Land. Wieso reagierst Du so angefasst? Und was hat "krank und bewegungsunfähig" mit der Notwendigkeit täglicher Post zu tun? Nichts! Ich spreche doch nicht von Kochen, Körperpflege, Arztbesuch.

Statt der Sozialromantik von Dir (und auch hddiesel) könnte man doch auch mal ganz einfach ins Feld führen, dass ganz einfach weniger Wege gemacht werden (auch wenn sie in den Städten per Fahrrad stattfinden). Das per se ist doch sinnvoll.

So, wie es auf dem Land weniger Busverbindungen gibt, kann man dort auch weniger Postbewegungen haben.

Und wer Angst vor Fristenversäumnissen hat: Es gibt E-Post, also verifizierte E-Mails. So schnell ist auch tägliche Post nicht.

Viel bedeutsamer als die nicht mehr tägliche Post finde ich das seit 5 Jahren real existierende nicht mehr tägliche Brot. Die Rezepturen wurden für eine längere Verweildauer in den Geschäften "ergänzt". Was "ergänzt" bedeutet, könnt Ihr Euch sicher selbst ausmalen.

Es kommt nicht darauf an, dass es 100% besser mit einem Teil-Fortschritt besser geht. 90% reichen schon.

Und wenn Du mir verbietest, meinen wöchentlichen Briefkastencheck als ein Beispiel vorzutragen, fordere ich im Gegensatz Dich auf, zu erklären, wofür gerade Du tägliche Postzustellungen brauchst? (eBay-Versender nutzen die hier nicht angesprochenen Paketdienste)
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon Nepumuk » 18. Dez 2017, 13:34

Hallo,

wenn ich meiner Briefträgerin morgens begegne, dann hat sie die Taschen randvoll mit Briefen (hat dafür ein E-Bike). Wenn sie nur noch jeden zweiten Tag austeilen würde könnte sie das alleine nicht schaffen. Es müsste also ein / eine Zweite(r) her. Und was wäre dann gewonnen?
De fontibus non est disputandum

Gruß
Nepumuk 8-)
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon lupo1 » 18. Dez 2017, 13:41

Das war die erste Antwort mit Argumenten. Danke!

Dann gilt für Dich Stadt. Mit weiterhin täglicher Auslieferung. Weil es sich eben lohnt. Es gibt ja durchaus auch andere begrenzende Faktoren, z.B. eben das Gewicht oder der Umfang. In dem Artikel gab es ja auch den Roboter mit 150 Kilo Post, der hinterher läuft.

Aber auf dem Land sind die Strecken weiter. Da lohnt es sich, weniger Empfänger mit mehr Post und dafür seltener anzufahren.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon Mister Stringer » 18. Dez 2017, 14:06

Philosophieren (korrekt: Diskutieren) kann jeder, auch ohne Befähigung.

Wie man sieht, ja.

Wieso reagierst Du so angefasst? Und was hat "krank und bewegungsunfähig" mit der Notwendigkeit täglicher Post zu tun? Nichts! Ich spreche doch nicht von Kochen, Körperpflege, Arztbesuch.

Ich bin mir des saloppen Umgangstons in Foren bewußt, lege aber trotzdem Wert auf die Feststellung, von Ihnen nicht geduzt werden zu wollen. Leute, die dies lesen, könnten meinen, wir wären bekannt. Das wäre mir peinlich.
Und warum ich so angefaßt reagiere? Weil ich aus unmittelbarer familiärer Erfahrung weiß, wie sich "krank und bewgungsunfähig" im Alltag darstellt. Ich leihe Ihnen gerne mal einen Rollstuhl mit Kopfsteuerung, dann können Sie ja mal erzählen, wie sich das so anfühlt oder ob Sie Ihre Postfächer auch erreichen können. Und ja, auch Menschen mit Beeinträchtigungen bekommen Post, die termingebunden ist. Eventuell sogar mehr als manch anderer Mensch. Krankenkassen, Pflegekassen, Ärzte, Medizinische Dienste, Sozialverbände, Pflegedienste, Sanitätshäuser, Lieferanten, Rechtsanwälte, etc. sorgen für reichlich Post. Es mag sein, daß 98% der Briefe terminlich nicht gebunden sind, 2% sind es aber. Wissen Sie, welche? E-Post wird längst nicht flächendeckend von den Gegenseiten verwendet/akzeptiert.
Und nein, das Ganze hat nichts mit Sozialromantik zu tun.

Und wenn Du mir verbietest, meinen wöchentlichen Briefkastencheck als ein Beispiel vorzutragen,

Wo habe ich Ihnen denn verboten, Ihr Briefkastenbeispiel vorzutragen? Vielleicht sollten Sie etwas an Ihrer Lesekompetenz arbeiten. Ich habe den Versuch, Ihre Lebensweise auf alle zu übertragen als unsinnig bezeichnet. Wie Sie selbst sagen, leben wir in einem freien Land und da sollte es doch erlaubt sein, eine dumme Idee auch als solche zu bezeichnen.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon lupo1 » 18. Dez 2017, 15:00

Mister Stringer hat geschrieben:
Philosophieren (korrekt: Diskutieren) kann jeder, auch ohne Befähigung.
Wie man sieht, ja.
Danke schön für die Beleidigung.
Ich bin mir des saloppen Umgangstons in Foren bewußt, lege aber trotzdem Wert auf die Feststellung, von Ihnen nicht geduzt werden zu wollen. Leute, die dies lesen, könnten meinen, wir wären bekannt. Das wäre mir peinlich.
Dann hast Du irgendetwas seitens der Foren-Üblichkeiten auf dieser Welt nicht mitbekommen. Hier duzen wir uns alle. Und Du bleibst auch weiterhin im Herabwürdigungsmodus, denn ich muss mich jetzt als peinlich bezeichnen lassen.
[...] ob Sie Ihre Postfächer auch erreichen können.
Darum ging es nicht. Post nach Hause alle zwei Tage, oder optional täglich an eine Poststation. So, dass jeder die Freiheit hätte. Ich kann nicht diskutieren, und Du kannst nicht lesen.
Es mag sein, daß 98% der Briefe terminlich nicht gebunden sind, 2% sind es aber.
Das klingt mir zu sehr nach Terminsklavendasein im Alltag. Dann darfst Du ja niemals weg, kein Urlaub, noch nicht mal ein Kurzwochenende. Denn es geht (mir in meiner Erörterung) nur um max. einen postlosen Tag hintereinander. Die Post hat in einem Teiltest "1x Zustellung pro Woche" ausprobiert. Das fände auch ich zu viel.
Wissen Sie, welche? E-Post wird längst nicht flächendeckend von den Gegenseiten verwendet/akzeptiert.
Da gebe ich Dir recht. Ist aber eher eine Sache, wie beim Bargeld: Die Leute meinen, Papier in den Händen halten zu müssen.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon theoS » 25. Dez 2017, 21:19

Aber auf dem Land sind die Strecken weiter. Da lohnt es sich, weniger Empfänger mit mehr Post und dafür seltener anzufahren.

Leider siehst du offenbar deine Zusteller auch recht wenig, nicht nur deinen Hausbriefkasten.
Sonst wüsstest du, dass auf dem Land schon lange kein Zusteller mehr alleine mit Briefen unterwegs ist.
Das würde sich für die Deutsche Post schon lange nicht mehr lohnen.
Also.
Die 200 Pakete, die der Mensch zusätzlich mitnimmt täglich?
Ach ja, die willst du schon haben. Oder auch nur alle 3 Tage?
Gut.
Und die Ersparnis von 60% der Briefträger?
Wo hast du die Zahl denn her?
Glaubst du wirklich, dass du Leute findest, die für den relativ niedrigen Lohn dann auch noch bloß Teilzeit arbeiten wollen? 3-Tage-Woche?

Was dein "Argument" des durch die tägliche Zustellung erhöhte Porto angeht: Auch hier bitte erst mal recherchieren.
Wir haben in D so ziemlich das günstigste Porto für Briefe und Pakete EU-weit.
Und, die Argumente zur Steigerung des Briefportos lauten immer: Es werden immer weniger Briefe verschickt, drum kann die Deutsche Post, die ja ein Unternehmen ist das ordentliche Gewinne machen will (und auch tut, aber nicht durch den Bereich Brief) in diesem Bereich auch nicht mehr kostendeckend arbeiten.
Klar wollen die Manager dieser Firma die Zustellung am besten so abwickeln wie in manchen Gegenden Afrikas: Jeder soll sich seinen Kram selbst abholen. (Und am besten dafür noch bezahlen, wie fürs Postfach)

Was dein Argument angeht, dass die Empfänger entspannt sein könnten weil sie an diesen Tagen keine Post erwarten müssen?
Wie krank ist das denn?
Zum einen gibt es Leute, deren Einsamkeitsfaktor so hoch ist, dass sie den täglichen Gang zum Briefkasten um die Reklame rauszuholen schon als Abwechslung und Kommunikation ansehen. (und das ist traurigerweise Realität!)
und für die zahle ich die 3 Briefe die ich im Jahr verschicke gerne 20% Porto von 70 Cent dazu!
Zum Anderen ist das doch, wie du schreibst ja scheinbar sowieso so dermaßen egal, wann man seine Post bekommt, oder hattest du schon mal Probleme weil du nur 1 mal in der Woche in deinen Briefkasten schaust?
Geht es uns (Verbrauchern) nicht viel besser mit den fast freigegebenen Ladensöffnungszeiten, die zwar für die Beschäftigten doof sind, weil sie jetzt Schichtarbeit machen, aber langfristig doch zu einer optimalen Ressourcenallokation führen?

Gings uns früher schlecht?
Es ist bequemer. Man kann bis 10 schlafen und dann spät Abends mit den anderen 10 Hanseln durch den Supermarkt schlendern.
Nein.
Nichts gewonnen. Kein Fortschritt.
Nur mehr Energie verschleudert.
Wie in deinem Argument, dass ja jeder seine Post selbst abholen kann.
Statt dass einer mit dem Fahrrad kommt (oder einer mit einem Auto), fahren dann Tausende zum Postfach und holen die Briefe/Pakete.
Dafür, welch ein prosaisches Argument, ja bloß alles 3 Tage. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon mumpel » 25. Dez 2017, 22:21

Hallo!

Wenn die elektronische Post endlich mal rechtsverbindlich möglich wäre könnte man die tägliche Post auch schneller erledigen. So brauchen wir wichtige Post täglich. Z.B. bei amtlicher Post und bei Rechnungen. Da kann jeder Tag Verzögerung extrem problematisch werde.

Gruß, René
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon mumpel » 25. Dez 2017, 22:31

lupo1 hat geschrieben:Die Leute meinen, Papier in den Händen halten zu müssen.

Mit dem hat das m.E. nichts oder nicht viel zu tun. Noch immer bedarf vieles der Schriftform, und das ist nun mal rechtsverbindlich nur per Post möglich. Mit der DE-Mail ist es wie mit dem ePA, nur eine Handvoll Firmen bieten das an. Die DE-Mail ist so wie der ePA eine Totgebuhrt. Mal abgesehen vom technischen Hintergrund für die DE-Mail, das fängt bei den sehr teuren Zertifikaten an (ab 70,- Euro für zwei Jahre).

Und als Gewerkschafter bin ich natürlich gegen Arbeitsplatzabbau und Arbeitsplatzverschiebung.
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Re: Briefpost noch täglich nötig?

Beitragvon steve1da » 25. Dez 2017, 22:53

Hola,

zumal die De-Mail einmal geöffnet wird, bevor sie beim Empfänger ankommt :)

Gruß,
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