Datum und Datümer - Eigenheiten der Sprache

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Datum und Datümer - Eigenheiten der Sprache

Beitragvon Lux:-? » 02. Mär 2015, 14:29

Immer wieder mal muss ich solche abenteuerlichen Konstrukte wie Datümer lesen, Leute;
furchtbar! Den korrekten Plural von Datum findet man bspw hier:
https://de.wiktionary.org/wiki/Datum
Wenn einige meinen, dass das mit anderen Daten verwechselt wdn könnte, müssen sie halt Kalenderdaten bzw Datumswerte benutzen!
Die lat Endung -um hat nichts, aber auch rein gar nichts mit der dt nominalisierenden Nachsilbe -tum zu tun, die ursprüngl mal ein selbständiges Substantiv (wohl aus der Reihe der uralten, mit der längst nicht mehr aktiven Nachsilbe -m gebildeten, Bspp Saum, Zaum) war und dem engl doom bzw als Nachsilbe -dom verwandt ist (Bspp: doomsday, kingdom; Fürstentum, Reichtum):
https://de.wiktionary.org/wiki/-tum
Gruß, Lux :-?

edit < Peter >
Vom ursprünglichen Beitrag abgetrennt: viewtopic.php?f=166&t=684627#p2842611
Lux:-?
 

Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon Winny » 02. Mär 2015, 14:41

Hi

@Lux: Du bist immer wieder ne Bereicherung!

@Flipper: Schmarrn! Gerade getestet an einem englischen PC und funktioniert wie gedacht. Wenn man mal von den unterschiedlichen Trennzeichen absieht(Muss Komma auf dem englischen PC sein).

Excel versucht immer zuerst Zahlen, erst wenn das schief läuft werden andere Formate wie z.B. Datum probiert('geraten')

Und jetzt ist gut, der TE hatte lediglich Probleme weil sein Export die falschen Formate hat und das ist ja jetzt gelöst. Natürlich ist er mit deiner Lösung eine Schema.ini zu nutzen bestens bedient, aber im Allgemeinen braucht man das eigentlich nicht mehr, lediglich in einigen wenigen Spezialfällen
Grüße,
Winny
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon Der Steuerfuzzi » 02. Mär 2015, 14:44

Danke, Lux, du sprichst mir aus der Seele! :D
Gruß
Michael
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon lupo1 » 02. Mär 2015, 18:03

Ich bleibe bei Datümer. "Daten" ist so etwas von mehrdeutig und muss daher in JEDEM FALL extra erklärt werden. Da laufe ich doch lieber auf 'nen Geschmackshammer mit einem Kunstwort, welches auch von Altphilologen unter Magenschmerzen in seiner Bedeutung zumindest erkannt wird.

Auf Englisch fällt es leichter: Data ist nicht Plural von Date (sondern Dates).

Datum ist selbst übrigens auch mehrdeutig. Daher sollte man besser am Singular feilen, statt den falschen Plural zu verdammen.
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon Flipper7 » 02. Mär 2015, 18:15

Unter dem Deckmantel "Zusammengesetztes Nomen" ist auch vieles möglich was nicht im Duden steht.
Deutsche Sprache ist flexibel, solange jeder weiß was gemeint ist, hab ich schon die dollsten Dinger gesehen.
Gibt es den Sparkomfort wirklich? Denken wir drüber nach wenn wir so was hören? Nein, denn wir verstehen es intuitiv. :D
Flipper7
 

@Winny & Steuerfuzzi: Bitte sehr, gern geschehen!

Beitragvon Lux:-? » 02. Mär 2015, 20:49

Während ich Lupo & speziell Flipper nur sagen kann,
dass man sich zu allen Zeiten bemüht hat, die dt Sprache zu verhunzen (schon Grimmelshausen beklagte das!). Glücklicherweise hat sich das meiste davon nicht durchgesetzt! Allerdings gilt das auch für andere Sprachen. Fürs Englische hat das einst Mark Twain glossiert. Mitunter entstehen so aber auch neue (Geheim-)Sprachen, die nur Eingeweihte verstehen sollen; historische Bspp Rotwelsch u.a. Gaunersprachen, sowie eine tibetische Stammessprache, die dereinst als Geheimsprache durch Umkehrung der Lautreihenfolge im Wort entstanden ist (problemlos bei einer isolierenden Sprache).
Und was die zusammengesetzten Nomen betrifft, Zusammensetzungen mit -tum und -heit (bzw die Variante -keit) fielen ursprünglich auch unter diese Kategorie. Da die zugehörigen Substantive aber im Deutschen (nicht unbedingt in allen seinen Dialekten) inzwischen aus dem Gebrauch gekommen sind, gelten sie nun als Nachsilben. Das hat aber wie gesagt mit -tum im Lehn- bzw Fremdwort Datum nichts zu tun. Stellt euch doch mal vor, das würde auch auf andere mehrdeutige Wörter, die auf -tum enden, im speziellen Fall übertragen; Quotümer statt richtig Quoten, Votümer:Voten. Oder jemand kommt auf die Idee, nach dem Bsp von Ton; Töne solche PluralFormen wie Betöne, Ozöne, Protöne zu bilden. Bei Datenbanken kann man mitunter ja auch Datenbänke lesen bzw hören, aber obwohl die Bezeichnung letztlich von den Bänken der Geldwechsler in der alten Lombardei herstammt, ist hier natürlich falsch, was für Phaser-Bänke* richtig sein mag.
*https://de.wikipedia.org/wiki/Star-Trek-Technologie#Phaser
Und was engl data* betrifft, ist das ein rein pluralisches Wort, denn der Singular date wird eher anders verstanden, wobei es ja noch mehr Möglichkeiten gibt, die alle den regulären Plural dates bilden... ;-)
* Das gilt auch für den Data...!
Gruß, Lux :-?
Lux:-?
 

Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon lupo1 » 02. Mär 2015, 20:58

Langen Geredes kurzer Sinn: Datum ist ebenfalls nicht urdeutsch, sondern lat. Ursprungs. Und es geht hier um zweifelsfreie kurze Ausdrücke in einer sich neu etabliert habenden Fachsprache, an denen es mangelt. Gern darf Datümer für Bücher weglektoriert werden, aber ich lasse es mir im Forum nicht nehmen - sollen sich gern einige Teilnehmer vor mir ekeln.
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Eben, weil es nicht deutsch ist, ist es verboten!

Beitragvon Lux:-? » 02. Mär 2015, 23:30

Da kannst du dich noch so bockig stellen, Lupo,
das wird nie regulärer Bestandteil irgendeiner vermeintlichen Fachsprache wdn. Und in Foren ist es das auch nicht, sondern einfach nur Kauderwelsch. Da haben Denglisch und Dürkisch größere Chancen, die Hochsprache dauerhaft zu beeinflussen, zumal Letzteres unter die sog Kreolensprachen fallen könnte, die von der modernen Linguistik als Nukleus bei der Entstehung neuer Sprachen verstanden wdn.
Die Alternativen hatte ich genannt und wenn du es kurz haben willst, verwende doch KalDat bzw im Plural KalDatt oder KalDaten. Ersteres ist genausolang und Letzteres nur 1 Buchstabe länger als das Kauderwelsch... ;-]
So setzt du dich doch nur unnötig dem Verdacht aus, es nicht besser zu wissen. Meinte man das nämlich nicht ganz ernst, müsste man das Wort in An-/Ausführungszeichen setzen. Frag doch mal den Autor von Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod danach, was er von diesem 'Plural' hält... ;-))
Lux :-?
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon lupo1 » 03. Mär 2015, 08:35

Also mich stören Hacken, Marko und Standart entschieden mehr, weil ich dort weiß, dass es jemand eben nicht kann (Marko ist irgendwie "Kevin", bei Hacken weigert sich anscheinend der Schreiberling, sein Geschriebenes im Geiste zu hören, und bei Standart wird nicht nachgedacht, etwa durch kurzen Versuch, dass ein Verb standartisieren nicht existiert).

Auch die kalte Verdrängung jeglichen Dativs durch Akkusative, zumindest in Schriftform, aber doch mittlerweile auch von unten nach oben vordringend in der Sprache, erzeugen bei mir unaussprechbare Einordnungen des Verursachers. Sei nicht so arrogant! sage ich mir dabei bislang noch eher selten. Aber ob ich mal so weit abstumpfen werde, dass es mich nicht mehr stört? Die Verdrängung des Es-Zett nach kurzen Vokalen hat bei mir jedenfalls erfolgreich den neuen Platz gefunden.

"Datümer" ist ein kreativer Sprach-Versuch, der versucht, kurz zu präzisieren. Und schon aufgrund dieser beiden Eigenschaften - kurz und (gewollt) präzisierend - findet es mein Wohlgefallen. Es nimmt sich durchaus mehr heraus, als nur eine Rechtschreibreform es täte, etwa mit Filosofie (was ich zwar hasse, aber was letztlich legitim ist, da andere Sprachen schon lange Fremdwörter lokalisieren - somit ist Filosofie nur der Ausdruck von lokalem Selbstbewusstsein, ein Wort fremdsprachigen Ursprungs für die eigene Sprache nutzbar zu machen). Ein - subjektiv - grausames Beispiel ist auch "Piwwet", nämlich das englisch ausgesprochene "Pivot". Sogar Andreas Thehos spricht es als "Piwwet" in seinen sehr schönen youtube-Videos aus und übernimmt dabei den Amerikanisierungsversuch, statt es wenigstens falsch-deutsch auszusprechen ("Pie-wott"). Damit steht also falsch-amerikanisch über richtig-französisch, da ja beides für uns Fremdsprache ist. Für mich hingegen war das immer eine "Piewoh"-Tabelle - und ich habe zuerst schlicht das Wort "Piwwet" in Deutschland nicht verstanden. In den USA hingegen wäre ich beim Hören von dessen Aussprache schneller drauf gekommen. Aber nicht hier in Deutschland.

Wir Deutschen haben uns vor der Reform relativ mit der Deutsch-Einbürgerung fremdsprachiger Ausdrücke zurückgehalten. Allerdings haben auch wir immer schon wie die Amerikaner (Gerhard Schroder) fehlende Tastaturbuchstaben kurzerhand durch den nächst in Frage kommenden Buchstaben ersetzt: Pınar Atalay wird bei uns sowohl falsch geschrieben als auch ausgesprochen. Vielleicht, weil sie eine Frau ist? Bei "Erdoo-an" (Erdoğan) klappt es durch vielfaches Hören mittlerweile zu etwa 80% richtig.

Datümer oder KalDat nicht zu mögen, bleibt am Ende Geschmackssache. KalDat müsste erklärt werden. Datümer ist sehr schräg. Aber selbsterklärend.
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon RaiSta » 03. Mär 2015, 09:27

Einfach herrlich, _diese_ Diskussion an _diesem_ Ort! Nachdem ich seit Jahren mich bemühe, Toleranz die geradezu stochastisch zu nennenden (Fehl-)Platzierungen von das und daß resp. dass betreffend zu entwickeln, von dem da wo Dativ ist und doch Genitiv zu erwarten wäre, ganz zu schweigen, nun ein derart elaborierter Diskurs - Respekt und Anerkennung!

Und noch ein paar Ideen bemüht inhaltlicher Art:
  • Datumse (in Memoriam: Gollum mit seinen 'Hobbitse')
  • Datume
  • Datums (da ja eh keiner mehr Genitiv nutzt, fast schon eindeutig)
  • Datumsangaben (oh, wie beamtendeutschig)
  • Datumusse
  • Datumane
...to be cont'd

Gruß, RaiSta
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon Der Steuerfuzzi » 03. Mär 2015, 09:38

RaiSta hat geschrieben:[*] Datumse (in Memoriam: Gollum mit seinen 'Hobbitse')

Finden michse auch!

Grüße
Jar Jar Binks
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon RaiSta » 03. Mär 2015, 09:54

He, he, he, ... michse ...

Nach der Pluralisierung unserer Gesellschaft könnte man in diesem Zusammenhang von der Pluralisierung des Datums sprechen. Solange dann dafür keine Montagsspaziergänge in Dresden angefangen werden (oder - Redmond?)...


Oh weh, wenn ein Tag schon so beginnt, was wird das werden?

Gruß, RaiSta
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Datum und Datümer - Eigenheiten der Sprache

Beitragvon Lux:-? » 03. Mär 2015, 10:13

Klingt mir aber auch sehr nach Starwars 1, Leute! ;-)
Tja, Lupo,
dass türkische Namen falsch ausgesprochen wdn, liegt einerseits an Unkenntnis und andererseits am häufigen Weglassen der diakritischen Zeichen. Da hat dann auch der AusspracheKundige bei Eigennamen nur noch wenig Chancen.
Aber auch Ungarisch hat seine Tücken, obwohl es nach ungarischem Verständnis genauso geschrieben wie gesprochen wird, aber eben nicht nach deutschem (die Aussprache verwechselt man dann gerne mal mit gewohnterer polnischer, was dortzulande zu unangenehmen Situationen führen kann). Das gilt sicher auch für Türkisch, Italienisch, Polnisch, Tschechisch u.A.
Lustig fand ich auch den Anhang eines alten Pocket Oxford Dictionary's, indem man Engländern eine möglichst originalgetreue Aussprache frz Wörter nahebringen wollte (da hatte man in Deutschland früher einen deutlicheren Vorsprung)...
Aber wie gesagt, "Datümer" akzeptiere ich nur in vorstehender Form; assoziiere ich (sonst) immer (irritierend) mit Irrtümer... ;-)
Gruß an alle (be)lustig(t)en Diskutanten, Lux :-?
Lux:-?
 

Re: Oder Starwars?!

Beitragvon RaiSta » 03. Mär 2015, 10:37

Lux:-? hat geschrieben:[...] türkische Namen falsch ausgesprochen wdn, liegt einerseits an [...]
in welchen Deiner offenbar in großer Anzahl verfügbaren Wörterbücher, Dictionaries, Handbücher zur Verwendung der Teutschen Sprache im amtlichen Verkehr, ... findet sich eigentlich die eigentümliche Konsonantenkombination 'wdn', derer ich in Deinen Beiträgen doch recht häufig andächtig ansichtig werde? Der fehlenden Vokale wegen würde ich slawische Sprachen vermuten, allenfalls noch eine dem Jüdischen ähnliche?

0k, jetz iss aber jut,
RaiSta
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Re: % in US Format Conversion back from Date to %

Beitragvon lupo1 » 03. Mär 2015, 11:04

Da wir schon genug auseinanderhalten können müssen mit

Range("A1") - direkter Zellbezug
Range("A") - Zellname in Excel
Range(A) - Stringvariable als Zellbeschreibung

lehne ich mich entspannt ohne "" zurück mit meinem zugegebenen Ungestüm, dass etwas Urtümliches wie nicht irrtümliche Datümer, nicht mal ein Ungetüm darstellend, ein Eigentüm (ähm? ühm?) dieser unserer Excelwelt ist.
lupo1
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